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Reisen mit der virtuellen Realität: Wird es sich durchsetzen?

Das Konzept der virtuellen Realität ist eine Idee, die nun schon Jahrzehnten in der Technik-Welt umherschwirrt, doch erst seit kurzem haben Spieleentwickler und Unternehmen die klobigen, abgehackten und einfach unempfänglichen V.R.-Versuche der Vergangenheit hinter sich gelassen.

Das Oculus Rift V.R. Headset, eine wahrhaft weltraumzeitaler-mäßige Erfindung, die mit einem geschmeidigen Head-Tracking, einer 1080p HD-Auflösung und einer Erweiterung daherkommt, die dem Nutzer Gerüche und frische Brisen ins Gesicht bläst, befindet sich momentan in der Entwicklung. Und obwohl die offizielle Erscheinung des Produktes noch auf sich warten lässt, haben bereits verschiedene Geschäftsbereiche damit herum experimentiert und mögliche Wege ausgelotet, die über das reine Gaming hinausgehen. Die Tourismus-Industrie ist einer dieser Bereiche und das Potential ist schier atemberaubend.

Man stelle sich vor, man geht zu seinem örtlichen Reisebüro und anstelle endloser Kataloge, die durchblättert werden müssen und letztlich doch ein verfälschtes Bild voller retouchierter Fotos präsentieren, setzt man ganz einfach ein Headset auf, dass es ermöglicht das Urlaubsresort, das Hotel oder sogar die Umgebung selbstständig und unverfälscht zu entdecken. Genau nach dieser Möglichkeit strebt der britische Reiseanbieter Thomas Cook momentan.

Ist das die Zukunft des Reisens? Auch Hollywood hatte sich diesen Themas schon angenommen.
Ist das die Zukunft des Reisens? Auch Hollywood hatte sich dieses Themas schon angenommen.

Im letzten Jahr eröffnete das Unternehmen einige Konzept-Läden, in denen Kunden ein Oculus Rift Headset aufsetzen durften und auf diese Weise die Optik (und die Gerüche) eines tropischen Paradises hautnah erleben konnten. Nutzer wurden sogar von Geräuschen begrüßt, die in einem der Resorts aufgenommen wurden, um Kunden ein Gesamtbild der gesamten Anlage zu vermitteln. Eine Erfahrung, die sich fundamental von der langweiligen, wie Hausaufgaben anmutenden, Buchung von zu  Hause aus unterscheidet.

Natürlich ist dieses Modell eine großartige Idee, die Anbieter endgültig in das digitale Zeitalter befördert. Allerdings gibt es selbstverständlich auch Grenzen der Darstellung. Begibt man sich beispielsweise in die virtuelle Realität von Las Vegas und seinen Kasinos, so kann man die blinkenden Lichter, die feierlichen Geräusche und die aufregenden Shows bewundern. Will man jedoch selbst ein oder zwei Spiele im Kasino erleben, so stößt man hierbei natürlich auf die grenzen der virtuellen Realität.

Stattdessen müsste man online bei einem der Kasino-Anbieter wie freeplaycasinos spielen, bis man selbst den ersten Fuß in eine der Spielstätten vor Ort setzen kann –  mit Sicherheit eine nette Aussicht! Stellt man sich allerdings vor, dass dem Nutzer in der VR nicht erlaubt wird bestimmte Teile des Kasinos oder Hotels zu sehen, ergeben sich andere Probleme – wer weiß, was das Hotel verbergen könnte? Man könnte sich in dieser Hinsicht auch fragen, ob die dargestellten Bilder wirklich der Realität entsprechen und nicht digital nach dem Filmen bearbeitet wurden.

Die finale Frage wäre zudem, ob diese Technologie das Reisen letzten Endes gänzlich ersetzen könnte. Während Kunden weit entfernte Orte erleben könnten, von denen aufgrund des Preises, der Distanz oder der Zeit, die mit einem tatsächlichem Besuch einhergeht, nur geträumt werden konnte, bringt diese Aussicht natürlich auch Kritik an einer ungehemmten und übertriebenen Digitalisierung hervor.

Neben der Gefahr eine einzige Vortäuschung über den Bildschirm zu produzieren, stellt sich auch die Frage, ob man wirklich etwas lebendig erfährt, wenn bloß auf einen Monitor gestarrt wird? Neue Leute kennenlernen, fremde Speisen probieren, unberührte Orte entdecken; V.R. Reisen hätten keines dieser Elemente und würde zudem negative Folgen auf die gesamte Tourismusindustrie zahlreicher Städte mit sich bringen. Vielleicht ist es besser die Reiseszene in der V.R. an der kurzen Leine zu halten, um nicht zu vergessen, was richtiges Reisen bedeutet.

Foto/Quelle: wikimedia.org/wikipedia/commons, Claudia Borlich

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