Der Feminismus und die Medienlandschaft

Obwohl der Feminismus eine Thematik ist, die die Gesellschaft unserer westlichen Welt schon seit Jahrzehten beschäftigt, hat die Debatte und Aufmerksamkeit diesbezüglich in den letzten Jahren einen neuen Höhepunkt erreicht.

Natürlich kann davon auch die Entertainment-Branche nicht unberührt bleiben, weshalb wir in letzter Zeit verstärkt Film- und Spielereleases mit weiblichen Hauptcharakteren serviert bekommen, die sich immer mehr auf die Fahne schreiben, sexistische Klischees der Vergangenheit angehörig zu machen. Doch interessante und spannende Frauen als Hauptcharaktere sind bei weitem keine Neuheit.

Unterpräsentiert, aber immer da: Weibliche Helden
Wirft man einen Blick zurück in die Vergangenheit, fällt einem schnell auf, das männliche Helden immer das Feld der Protagonisten und Antagonisten in Filmen und Spielen domierten. Dieser Zustand ist auch bis heute noch Realität, wenn auch immer mehr Balance in diesem Bereich geschaffen wird. Jedoch gehen oft ikonische Heldinnen bei solchen Rückblicken zu unrecht unter.

Das Feld von weiblichen Protagonisten, die unvergessen bleiben, ist breit gefächert: Ob nun Kindheitshelden wie Pippie Langstrumpf und Biene Maja, virtuelle Powerfrauen wie Nintendos weiblicher Gallionsfigur Samus Aran, die uns auf spektakuläre Reisen mitgenommen haben, intelligente Prinzessinen, die alles andere als hilfebedürtig sind wie z.B. Prinzessin Leia oder weibliche etablierte Super- und Antihelden wie Catwoman.

Sie alle sind ein stichfester Beweis dafür, dass starke und interessante weibliche Charaktere, die keinen sexistischen Klischees unterliegen, keine neue Erfindung dieses Jahrhunderts sind. Trotzdem ist es natürlich schön zu sehen, dass die Filme- und Spielemacher sich bemühen, der medialen männlichen Dominanz immer mehr Einhalt zu gebieten.

Der „Prototyp“ für weibliche Heldenfiguren, die der Popkultur ihren ganz eigenen, nicht wegzudenkenden Stempel aufgedrückt haben, ist wohl Lara Croft. Das damalige Entwicklerstudio Eidos selbst konnte wohl nicht absehen, welchen Kult es mit der Protagonistin der legendären „Tomb Raider“-Reihe ins Leben rufen würden.

Auch heute noch, 21 Jahre nach ihrem Debüt, mit Auftritten auf über 20 virtuellen Plattformen in verschiedenen Genres, mehreren Verfilmungen, Comic-Umsetzungen, Slot-Abenteuern im Online-Casino, Brettspielen und der Gründung zahlreicher nur ihr gewidmeten Fan-Foren auf der Haben-Seite, steht Lara dank des gefeierten „Tomb Raider“-Reboots im Jahre 2013 bestens im Geschäft.

In diesem Jahr war es damals für die virtuelle Konkurrenz im Rennen um den sympathischsten und glaubwürdigsten Protagonisten des Spielejahres nahezu unmöglich, an Lara vorbeizuziehen. Einer der wenigen Fälle, in dem ein Reboot auf ganzer Linie funktioniert hat. Aber wo wir gerade von Reboots sprechen…..

Der Feminismus nur als Gimmick, der Kohle wegen...
Der Feminismus nur als Gimmick, der Kohle wegen…

Feminismus muss mehr sein, als nur ein Gimmick
Mit dem großen sozialen Druck und der „Nachfrage“ nach mehr weiblicher Repräsentation kommt leider aber auch die Gefahr, dass der Feminimus als reines Gimmick zur Erfüllung wirtschaftlicher Interessen endet. Paradebeispiel ist wohl das berüchtigte“Ghostbusters“-Reboot, an das sich das Sony-Tochterstudio Columbia Pictures gewagt hatte.

Neben der Frage, ob es wirklich das x-tausendste Reboot für die Kinoleinwand bräuchte, hatte die neue Interpretation des Klassikers, der es in die Halle der Popkulturlegenden geschafft hat, ganz andere Probleme. Neben den vor Erscheinungsdatum hitzigen und teils völlig übertriebenen Diskussionen über die Idee eines vollständig weiblichen Geisterjägerteams hatte der Film schlussendlich wenig zu bieten, was ihn redenswert machte.

Plumper Humor, kein Stück des Charmes der Vorlage und die ganz fürchterliche Darstellung von Reverse-Sexism, hier verkörpert durch Chris Hemsworth, der die Rolle eines völlig überforderten und dümmlichen Assisstenten verkörpert. Das sind nur einige der Gründe, weshalb der neue „Ghostbusters“ bei Filmfans weltweit das Gefühl auslöste, hier nur einen sehr stumpfen Versuch zu sehen, in dem Feminismus schnell als Gimmick über eine ikonische Filmvorlage drüber geklatscht wurde, um abzukassieren.

Wie es richtig geht, hat der dieses Jahr erschienene „Wonder Woman“ gezeigt. Die unverbrauchte Protagonistin und der damit frische Wind im DC-Filmkosmos legt die richtige Grundlage für einen starken Film. Genau das haben wir schließlich bekommen. Einen entscheidenden Beitrag zum positiven Endergebnis lieferte Gal Gadot, die schauspielerisch viel aus der Rolle der Diana und Wonder Woman herausholen konnte.

Die Liebe, die in den Film geflossen ist, macht den entscheidenden Unterschied, wenn es um die Gimmick-Frage geht. DC hat den Zeitgeist getroffen und einen guten Film mit starker weiblicher Hauptrolle abgeliefert, womit sie auch zum ersten Mal im cineastischen Showdown mit dem Marvel-Filmuniversum einen Marker setzen konnten. Es bleibt zu hoffen, dass die Rolle der Wonderwoman in den zukünftigen DC-Releases wie z.B. dem noch in diesem Jahr erscheinenden „Justice League“ weiterhin so eindrucksvoll umgesetzt wird.

Die Rolle der Frau im steten Wandel
Die Rolle der Frau im steten Wandel

Der Weg weist in eine klare Richtung
Entgegen den unschlüssigen politischen und sozialen Standpunkten unserer Zeit zum Thema „Rolle der Frau“ geht die mediale Welt einen eindeutigen Weg. Immer mehr Videospiele und Filme stricken sich um eine weibliche Hauptcharaktere, die sich nicht vor ihrer männlichen Konkurrenz verstecken brauchen.

So steckt beispielsweise die durch das Tomb Raider-Reboot geborene neue Lara Croft die meisten männlichen Hauptcharaktere in Videopsielen der letzten Jahre in Sachen Authentizität, Sympathie und Coolness locker in die Tasche und musste sich nicht über eine von Beauty Tools geprägten Optik definieren.

Auch der bereits genannte Film „Wonder Woman“ gilt für viele als der beste Film aus dem modernen DC-Filmkosmos bisher, vor allem wegen einer starken Diana, die neben einem bisher eher einfallslos ausgearbeiteten Superman und einem polarisierenden neuen Batman auftrumpfen konnte.

Im Dezember wird es mit Riley in „Star Wars: Der letzte Jedi“ hoffentlich eine gelungene Fortführung der in Episode VII präsentierten und von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeierten Heldin geben, damit sie einen der vielen Plätze unter den Rängen weiblicher Helden der nahen und fernen Zukunft beziehen kann.

Wir freuen uns auf jeden Fall auf mehr unterhaltungsmediale Gleichberechtigung, spannende Charaktere (männlich und weiblich gleichermaßen) und ihre Geschichten, die uns die nächsten Jahre bringen werden.

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