Wo kann man 2026/27 am besten Polarlichter sehen?
Wer Polarlichter sehen will, hat selten bessere Karten als im Winter 2026/27. Der aktuelle Sonnenzyklus 25 erreichte sein Maximum im Oktober 2024 deutlich stärker als erwartet:
Die geglättete Sonnenfleckenzahl lag bei 161 – das Vorhersagepanel von NOAA und NASA hatte nur rund 115 prognostiziert. Entscheidend für Reisende:
In der jetzt laufenden abklingenden Phase treten starke geomagnetische Stürme – und damit intensive Polarlichter – erfahrungsgemäß besonders häufig auf.
Sonnenphysiker wie Pål Brekke von der norwegischen Raumfahrtbehörde rechnen mit anhaltend hoher Aktivität, möglicherweise bis 2027. Mit dem Start der Buchungssaison für den Winter stellt sich für viele die Frage: Finnland, Schweden oder Norwegen?
Der Skandinavien-Spezialist Hummel-Reiseideen hat zum Start der Buchungssaison sein Winterprogramm 2026/27 mit Reisen nach Finnisch-Lappland, Schwedisch-Lappland und Nordnorwegen aufgelegt.
Zum Auftakt hat das Unternehmen die drei Reiseziele anhand von Beobachtungsstatistiken, Klimadaten und der eigenen Beratungspraxis verglichen. Das Ergebnis: Es gibt keinen pauschalen Sieger – aber für jeden Reisetyp eine klare Empfehlung.
Finnisch-Lappland: die höchste statistische Trefferquote
Die nüchternste Datenlage liefert Finnland. Nach Angaben des Finnischen Meteorologischen Instituts sind Polarlichter im äußersten Norden Lapplands, etwa in Kilpisjärvi, bei klarem Himmel in rund drei von vier Nächten der dunklen Jahreszeit sichtbar.
Über das Jahr gerechnet zeigt sich das Nordlicht im finnischen Norden an etwa 200 Nächten. Hinzu kommt die Lage im Landesinneren: weniger Küstenwolken, dafür klare Frostnächte und kaum Lichtverschmutzung.
Wer zum ersten Mal Polarlichter sehen will und die Wahrscheinlichkeit maximieren möchte, ist bei einem Lappland-Urlaub mit Polarlichtern am besten aufgehoben – etwa in Glasiglus, die die Beobachtung auch bei minus 25 Grad vom Bett aus erlauben.
Wer die vergleichsweise hohen Lappland-Preise scheut, findet weiter südlich eine Alternative: In der finnischen Saimaa-Seenregion sind Polarlichter zwar seltener und schwächer als im hohen Norden, aber in klaren, dunklen Nächten dennoch regelmäßig zu sehen.
In Kombination mit der weiten Seenlandschaft und der besseren Erreichbarkeit ist Saimaa eine Option für alle, die das Nordlicht erleben, aber nicht bis nach Lappland reisen möchten.
„Wer nur vier oder fünf Nächte Zeit hat, dem raten wir fast immer zu Finnisch-Lappland“, sagt Sascha Hummel, Gründer von Hummel-Reiseideen. „Die Statistik arbeitet dort für den Gast – und tagsüber füllen Huskytouren oder eine Fahrt mit dem Rentierschlitten das Programm.“
Schwedisch-Lappland: das stabilste Wetter
Schweden punktet mit einem meteorologischen Sonderfall: Der Nationalpark Abisko, rund 100 Kilometer westlich von Kiruna, liegt im Regenschatten der skandinavischen Berge.

Der kommende Winter gilt als eine der besten Polarlicht-Saisons des Jahrzehnts / © hummel-reiseideen.de
Die umliegenden Gipfel halten Wolken ab, weshalb der Himmel über dem Torneträsk-See überdurchschnittlich oft klar ist – Beobachter sprechen vom „blauen Loch von Abisko“.
In Kombination mit dem unbewohnten, lichtarmen Nationalpark gilt der Ort vielen Fachleuten als einer der verlässlichsten Beobachtungspunkte weltweit.
Für Reisende, die Wetterrisiko scheuen, ist Abisko mit der Aurora Sky Station die erste Wahl; das Eishotel in Jukkasjärvi liegt auf derselben Route.
Nordnorwegen: der Logenplatz mit Landschaftsbonus
Norwegen liegt mit Tromsø, Alta und den Lofoten direkt unter dem Polarlichtoval, jener Zone zwischen etwa 65 und 70 Grad nördlicher Breite, in der Polarlichter am häufigsten auftreten.
Das maritime Klima bringt zwar mehr Bewölkung als im Landesinneren Finnlands oder Schwedens – dafür verbindet kein anderes Ziel die Nordlichtjagd so gut mit Landschaftserlebnissen:
Fjorde, die Inselwelt der Lofoten oder eine Fahrt mit dem Postschiff entlang der Küste. Wer das Naturschauspiel mit einer Rundreise verbinden will, findet unter Polarlichter-Reisen in Norwegen entsprechende Routen.
„Wir raten grundsätzlich davon ab, die Nordlichter zum einzigen Reisegrund zu machen – abseits davon gibt es einfach zu viele spannende Dinge zu erleben“, sagt Hummel.
„Norwegen ist dafür ein gutes Beispiel: Zieht der Himmel eine Nacht zu, steht man dort immer noch in einer der eindrucksvollsten Landschaften Europas.“
Wann reisen? September wird unterschätzt, Februar überschätzt
Ein verbreiteter Irrtum: Die Hochwintermonate seien automatisch die beste Reisezeit. Tatsächlich ist die geomagnetische Aktivität rund um die Tagundnachtgleichen – also im September/Oktober und Februar/März – statistisch am höchsten, bei zugleich milderen Temperaturen im Herbst. Drei Faustregeln aus der Beratungspraxis:
- Aufenthaltsdauer: Mindestens vier, besser sieben Nächte einplanen – einzelne bewölkte Nächte lassen sich so aussitzen.
- Mondphase: Neumondnächte bevorzugen; Vollmond überstrahlt schwächere Polarlichter.
- Standort: Abseits künstlicher Lichtquellen mit freiem Blick nach Norden – Seeufer und Hügelkuppen sind ideal.
Häufige Fragen zum Polarlicht-Winter 2026/27
Ist 2026/27 wirklich ein besonders gutes Polarlicht-Jahr?
Ja. Das Maximum von Sonnenzyklus 25 wurde Ende 2024 überschritten; in der laufenden abklingenden Phase bleibt die Zahl der Sonnenflecken hoch, und starke geomagnetische Stürme treten in dieser Phase historisch am häufigsten auf.
Gibt es eine Polarlicht-Garantie?
Nein. Polarlichter sind ein Naturphänomen; Wolken oder ruhige Sonnenwindphasen können Sichtungen verhindern. Wahrscheinlichkeiten lassen sich durch Region, Reisezeit und Aufenthaltsdauer aber deutlich erhöhen.
Welches Land ist am besten für Familien?
Finnisch-Lappland – kurze Wege, wintertaugliche Tagesaktivitäten wie Huskytouren und Unterkünfte, die die Beobachtung aus dem Warmen erlauben.
Quelle / Fotos: hummel-reiseideen.de
