Wie viel sexuelle Erfahrung ist das richtige Maß?
Für viele Singles ist die Beziehungsvergangenheit ihres Matches ein wichtiger Indikator beim Kennenlernen. Fast zwei Drittel (62 Prozent) sind daran interessiert, wie sich die Person, die sie daten, in früheren Beziehungen verhalten hat.
Frauen (67 Prozent) sind hier deutlich neugieriger als Männer (57 Prozent). Auch die Anzahl der Beziehungen, die ihr Gegenüber bereits geführt hat, ist für weibliche Singles spannender (52 Prozent; vgl. Männer: 41 Prozent).
Mangelnde Beziehungserfahrung?
Fast zwei Drittel der Single-Frauen (62 Prozent) lehnen Männer ohne Beziehungserfahrung sogar ab. Männliche Singles präsentieren sich hier deutlich entspannter: Nur jeder Vierte (27 Prozent) würde eine Frau nicht in die engere Auswahl nehmen, weil sie zuvor noch nicht liiert war.
Deutliche Unterschiede zeigen sich auch beim Alter: Während in der Generation Z nur jeder Zehnte (10 Prozent) einen Partner ohne Beziehungserfahrung ablehnt, wächst der Anteil auf 56 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen an.
Wen interessiert der Body Count?
Singles interessieren sich auch für die sexuellen Vorerfahrungen ihrer Dates: Ein Drittel (33 Prozent) möchte wissen, wie viele Sexpartner das Gegenüber in der Vergangenheit bereits hatte – Frauen (36 Prozent) zeigen auch hier mehr Interesse als Männer (29 Prozent).
Über der Hälfte der weiblichen Singles (56 Prozent) ist es nämlich wichtig, dass sich ein potenzieller Partner bereits sexuell ausgelebt hat (vgl. Männer: 45 Prozent). Und auch mit dem Alter steigt die Anerkennung sexueller Entfaltung in der Vergangenheit: Jeder Zweite zwischen 40 und 59 Jahren (51 Prozent) befürwortet sie.
„Ein hoher Body Count kann irritieren, aber nicht jede Reaktion hat wirklich mit der Vergangenheit der anderen Person zu tun. Manchmal fühlen wir uns überfordert, weil eine solche Aussage tieferliegende Ängste offenlegt.“, sagt Stella Schultner, Love Coach und Mitglied im Parship Expertenteam.
„Häufig geht es um die Ängste, nicht zu genügen, verletzt zu werden oder Kontrolle zu verlieren. Wer ehrlich hinschaut, hat die Chance, an diesen wunden Punkten zu arbeiten. Denn je selbstbewusster wir mit uns selbst sind, desto mehr Vertrauen haben wir in uns und das Leben.“

Nur ein Drittel will wissen, was vorher war / © pixabay.com – stokpic
Verunsicherung bis Ekel
(Zu) viel sexuelle Erfahrung kommt nicht immer gut an. Der weibliche Wunsch nach sexueller Geübtheit beim Gegenüber geht sogar so weit, dass 4 von 10 Frauen (43 Prozent) sexuelle Unerfahrenheit als unattraktiv wahrnehmen – das sind doppelt so viele wie unter den Männern (20 Prozent).
Doch wenn das neue Match bereits viele Liebschaften hatte, kann das auch negative Gefühle auslösen. 4 von 10 Singles (40 Prozent) fühlen sich dann verunsichert. 28 Prozent der Frauen empfinden sogar Ekel – dem schließen sich 23 Prozent der Männer an.
Jeder sechste männliche Single (17 Prozent) wünscht sich ausdrücklich eine Partnerin, die weniger Sexpartner hatte als er selbst – bei Frauen sagen das nur 8 Prozent.
Gruppensex und Swingerclub?
Spannend finden Männer allerdings, wenn das Gegenüber von vielfältigen sexuellen Erfahrungen berichten kann – etwa von Gruppensex, Sexpartys oder Erlebnissen im Swingerclub. Jeder Fünfte (21 Prozent) gibt an, an solchen Informationen stark interessiert zu sein. Bei Frauen liegt dieser Anteil mit lediglich 14 Prozent deutlich darunter.
Stella Schultner, Love Coach und Mitglied im Parship Expertenteam erklärt: „Der Anspruch an guten Sex scheint bei vielen Frauen im Laufe der letzten Jahre gestiegen zu sein, sodass es ihnen wichtiger wird, dass potenzielle Partner echte Erfahrung mit weiblicher Sexualität mitbringen.
Gleichzeitig finden Männer ausgefallene sexuelle Erfahrungen bei Frauen oft faszinierend, weil sie Neugier, Lust und Selbstbewusstsein vermuten lassen.
Doch sowohl bei Männern als auch bei Frauen können viele frühere Erfahrungen des Gegenübers auch Unsicherheiten, Leistungsdruck und Ängste hervorrufen – etwa die Sorge, nicht zu genügen oder ersetzt zu werden. So entsteht eine komplexe Mischung aus Faszination, Bewunderung und Unsicherheit.“
Bleibt Treue ein Muss?
Ein besonders sensibles Thema bleibt das Fremdgehen: Mehr als die Hälfte der Singles auf Partnersuche (54 Prozent) kann sich keine feste Beziehung mit einer Person vorstellen, die in der Vergangenheit bereits fremdgegangen ist. Besonders streng ist hier die Generation Z: Fast 8 von 10 (78 Prozent) lehnen Fremdgeher kategorisch ab, bei den 60- bis 69-Jährigen ist es hingegen nur knapp die Hälfte (49 Prozent).
Über die Umfrage
Für die vorliegende repräsentative Studie hat Parship im Januar 2025 gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Innofact AG 1.308 Parship-Mitglieder im Alter von 18 bis 69 Jahren zum Thema „Beziehungsvergangenheit“ befragt.
Quelle / Fotos: parship.de / © pixabay.com
