Warum landet man immer beim selben Typ Partner?

Warum fühlen wir uns immer wieder von ähnlichen Menschen angezogen? Weshalb geraten Paare trotz Liebe in dieselben Konflikte? Und warum verstricken wir uns immer wieder in erschöpfende Kämpfe um scheinbare Bagatellen, obwohl wir uns doch eigentlich Nähe, Verständnis und Veränderung wünschen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Klinische Psychologin und Paartherapeutin Susanne Vömel seit vielen Jahren. Im Zentrum ihrer Arbeit steht das Gewordensein eines Menschen.

Jeder bringt seine eigene Lebensgeschichte mit – Erfahrungen von Nähe und Distanz, von Geborgenheit und Unsicherheit, vom Gesehenwerden oder dem Gefühl, sich anpassen zu müssen.

Aus diesen Erfahrungen entstehen innere Vorstellungen und Bilder davon, wie Beziehungen funktionieren, was Liebe bedeutet und was wir unbewusst tun, um sie nicht zu verlieren. Sie prägen unser späteres Erleben, Fühlen und Handeln in Liebesbeziehungen – meist, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

In einer Partnerschaft begegnen sich deshalb nicht nur zwei Erwachsene. Es begegnen sich zwei Lebensgeschichten. Und mit ihnen auch ihre inneren kindlichen Anteile – geprägt von frühen Beziehungserfahrungen, Sehnsüchten, Ängsten und Schutzstrategien.

Oft ohne es zu bemerken, berühren beide genau jene alten Wunden und Hoffnungen im anderen, die lange vor ihrer Begegnung entstanden sind. Aus diesem Zusammenspiel entwickelt sich die Dynamik einer Beziehung.

Warum wir lieben, wie wir es gelernt haben

Mit ihrem neuen Buch „Tanz der inneren Kinder – Warum wir lieben, wie wir es gelernt haben – und wie Veränderung möglich wird“ lädt Susanne Vömel dazu ein, die oft unsichtbaren Prozesse hinter Partnerwahl, Konflikten und wiederkehrenden Beziehungsmustern zu entdecken.

Cover Tanz der inneren Kinder von Susanne Vömel

Cover Tanz der inneren Kinder von Susanne Vömel / © psychotherapieundberatung.com

Psychologische Zusammenhänge erklärt sie nicht nur über Modelle und Fachbegriffe. Sie verbindet sie mit bewegenden Fallgeschichten, eindrücklichen Bildern und der sich durch das gesamte Buch ziehenden Tanzmetapher. Leserinnen und Leser begegnen den Dynamiken von Paaren zunächst im Erleben und entdecken dabei oft ihre eigenen Beziehungsmuster.

Ich möchte dem Unsichtbaren Bilder und dem Unsagbaren Worte geben. Ich schmuggle mich gewissermaßen durch die Hintertür hinein. Erst entsteht dieser Aha-Moment – wie ein kräftiger Windstoß, der die Tür aufstößt und festgefahrene Vorstellungen ins Wanken bringt.“

„Dann wächst der Wunsch zu verstehen. Plötzlich verbinden sich Bilder, Gefühle und psychologisches Wissen miteinander und genau daraus entsteht oft ein Erkenntniserleben, das lange nachwirkt.“

Mit „Tanz der inneren Kinder“ verbindet Susanne Vömel wissenschaftlich fundierte Psychologie mit langjähriger therapeutischer Erfahrung. Komplexe psychodynamische Prozesse werden durch Fallgeschichten, Bilder und Metaphern erlebbar und eröffnen einen neuen Blick auf unbewusste Beziehungsmuster und Beziehungsdynamiken.

Aus Sicht von Susanne Vömel geht es dabei nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum zu verstehen, wie die Prägungen beider Partner unbewusst ineinandergreifen und genau jene Dynamik entstehen lassen, in der sich beide immer wieder aufs Neue verstricken.

Der Partner oder die Partnerin erscheint dann nicht länger als Gegner oder Ursache des Problems, sondern als Mensch mit einer eigenen Lebensgeschichte, der dieselbe Dynamik auf seine Weise mitgestaltet.

Wer erkennt, welchen Anteil die eigene Lebensgeschichte daran hat, begegnet auch der Geschichte des anderen mit einem neuen Blick. Genau darin liegt die Chance, den gemeinsamen Tanz zu verstehen – und Schritt für Schritt zu verändern.

Quelle / Fotos: psychotherapieundberatung.com