Fahrbericht: CaymanViagra – TTP Cayman Stufe 2 – Teil 2

Porsche GTsport TechArtNach meinem gestrigen Ausritt mit dem TTP Cayman geht’s mit einem Mini Cooper Cabriolet nach Stuttgart. Das Grinsen weicht bei der vergleichsweise mutmaßlichen Schneckenfahrt trotzdem weiterhin nicht von meinen Lippen. Warum? Die Antwort ist simpel: TechArt!!!

Kaum auf dem Hof vorgefahren seh ich ihn schon spitzbübisch neben einem GTstreet stehen. Weiß wie die Unschuld will er sich präsentieren. Das hat in etwa die Wirkung als wenn Mike Tyson sich einen Heiligenschein aufsetzt bevor er ans Ohrenknabbern rangeht.

TechArt gab dem GTsport eine unverwechselbare Optik. In der Front prangert eine dominante Frontschürze mit vier extra Scheinwerfern. Die großen Lufteinlässe reduzieren allzu großen Auftrieb bei hohem Tempo. Dieser wird durch den ausziehbaren Carbon-Splitter nochmal weiter reduziert. Carbon ziert auch die Rückspiegel. Die TechArt-Seitenschweller beruhigen den Luftstrom zwischen den vorderen und hinteren Radhäusern.

Für so viel Abtrieb wie möglich sorgt der Heckflügel mit ausziehbaren Gurny-Flap aus Carbon. Schlussendlich ziert ein Carbon Diffusor das Heck. Insgesamt hat TechArt den Grad zwischen einem erfrischend dynamischen Design und hoher Funktionalität geschaffen. Abgerundet wird das noch durch die fetten 20 Zoll TechArt-Formula-Funfspeichenräder mit ContiSportContact 3 Pneus. Zurückhaltung? „Nee lass ma stecken.“

Nachdem die Formalitäten im Schnellverfahren abgefertigt wurden, reiße ich dem Verwahrer des wertvollen Schlüssels, diesen quasi schon im Laufschritt aus der Hand. Mit einem Knopfdruck offenbart sich mir das Innere des GTsport. Selten habe ich einen derart sauber verarbeiteten Innenraum gesehen. TechArt‘s Ruf, Porsche-Interieur noch mal edel aufarbeiten zu können wird hier komplett bestätigt. Nicht zuletzt dank der hausinternen Sattlerei.

Im Gegensatz zum TTP offenbart der GTsport schon auf den ersten Blick seine Leidenschaft – Rennstrecken. Und das hört auch im Innenraum nicht auf. Alcantara soweit das Auge reicht, rote Sechspunkt-Gurte und die dazu passenden Sportsitze. Wer möchte kann sich in der hausinternen Sattlerei auch feinstes Leder in den Cayman einpflanzen lassen. Das würde aber diesen herrlichen GT3-Charakter zerstören.

Gerade will meine linke Hand den Schlüssel umdrehen, da kommt der heilige Schlüsselverwahrer auf mich zugerannt und spricht die heiligen Worte: „ Ich muss noch einen GTstreet für einen Auftrag auf ein freies Flughafengelände bringen. Willst Du da vielleicht mit?“ Manche Fragen können einfach nur blöd sein!!!

Schlüssel gedreht, der Motor erwacht, Gänsehaut! Der Sound ist – wie soll ich es dezent beschreiben – einfach nur geil. Vor mir fährt das GTstreet Turbo Cabriolet und führt mich, na wohin wohl, im TechArt-Tempo zum Flughafengelände!!!

Wenn man wie meiner einer im flachen Hamburg mit langweiligen, unspektaktakulären geradegezogenen Straßen lebt, ist selbst der kurvige Trip über die Landstraßen außerhalb von Stuttgart mit solch einer Rennsemmel ein Erlebnis par exellence, für das sich so manch eine langbeinige Schönheit hinten anstellen darf…– na gut ein Platz ist ja noch frei. Aber Schnauze halten – ich will den aufgemotzten Boxer-Sound erhören, erfühlen, erleben!!!

Der GTsport ist das genaue Gegenteil vom TTP. Nix mehr mit lässig mit einer Hand in die Kurve schaukeln lassen. Er macht seinem Namen alle Ehre. Hier soll gearbeitet werden. Die Lenkung ist fühlbar straffer, die TechArt-Schaltwegverkürzung braucht Kraft, das TechArt-Vario-Plus-Gewindefahrwerk unterstützt das PASM-Dämpfungssystem in jeder Kurve. Wer den GTsport ein wenig fliegen lässt, wird automatisch straffer abgedämpft – stahlharte Eier hat er, der kleine Schnappi.

Die natürlich auch potent besetzt wurden. Neben einer Hubraumerweiterung von 3,4 auf 3,8 Liter stieg die PS-Leistung auf 385 PS an. Damit knackt der GTsport locker die 300er Mauer bis Tempo Vmax 303. Erreicht wurde das durch Sportnockenwellen, ein modifiziertes Saugrohr mit speziellem Luftfiltersystem sowie einer Aluminium-Ansaugspinne. Des Weiteren pimpt die Edelstahl-Hochleistungsabgasanlage und die überarbeitete Motorelektronik die Leistung weiter hoch.

Nach den ersten Einführungskurven kommen wir im Traum aller Verschleißteilvergewaltiger an. Eine breite Landebahn – nur für uns! Der Schlüsselwächter schickt mir sein „Go – FEUER FREI!!!“

Schweiß! Stillstand! PSM deaktivieren! Kupplung! Gasschübe! Kupplung kommen lassen! Power! 407 NM! Hochdrehen! Atmen! 2. Gang! 4,9s auf 100! Tunnelblick! Schneller! 3. Gang! Atmen! Schneller! Halt! Nein! Bremsen! Scheiß drauf! Kupplung! Runter schalten! kommen lassen! Drift!!!!!!! Haha! STOP!

Dreckstück! – Du mieses kleines Dreckstück. Ich liebe Dich! Was sucht eigentlich die langbeinige Braut mit dem grünen Gesicht noch hier? Dampf ab, ich bin versorgt.

Dieser Rennalligator hält wirklich was sein Name verspricht – Fahrspaß pur. Mit jeder Kurve  gibt es ein Schuß mehr Vertrauen in das Fahrwerk. Das Sperrdifferntial lässt das Heck erst mit ein wenig Vorarbeit ausbrechen, dann lässt sich der Driftmodus stundenlang aktivieren. Die Bremsen stammen aus dem Carrera S und haben keine Probleme das 1300 Kilo Reptil schlagartig zu bändigen.

Auf dem Rückweg geht’s direkt in Richtung Autobahn. Vollgasschübe im Stuttgarter Raum. Einwohner aus der Gegend sollten diesen Witz verstehen. Mehr als 260 km/h wollen mir nicht gelingen, liebend gerne hätte ich noch eine Rennstrecke anvisiert, doch dafür reichte einfach die Zeit nicht mehr.

Nach knapp 7 Stunden und einigen hundert Kilometern ist auch dieser ab 115.000 Euro teure Spaß vorbei. Zerknirscht entreißt mir der Schlüsselwart meine Liebe. Vor mir steht jetzt wieder das Mini Cooper Cabriolet und wartet mit geduldigen 115 PS darauf von Stuttgart nach Hamburg dirigiert zu werden. Knurr!

Fazit: Zwei unterschiedliche Konzepte bringen es auf den Punkt. Der Cayman S ist zu mehr bestimmt als nur unter dem Elfer herumzudümpeln. Ich für meinen Teil habe meine Schrotflinte geladen, genießen sie den Ausblick auf die Bilder, ich muss kurz zur Bank meines Vertrauens und etwas Geld erbitten.

Text und Fotos: Mario Roman Lambrecht

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