Historische München-Fotografien von Herbert Wendling

München damals – fotografiert von Herbert Wendling

Vor knapp einem Jahr zeigte die Galerie Kunstbehandlung erstmals in einer viel beachteten Ausstellung historische Stadtaufnahmen von Herbert Wendling, der in den 1940er bis 60er Jahren so etwas ähnliches wie ein „rasender Fotochronist“ der Stadt war. Nun kommt also aus dem reichhaltigen Nachlass eine zweite Ausstellung zustande, in der schwerpunktmäßig Aufnahmen aus dem Stadtteil Au – jener Vorstadt mitten in der Stadt – gezeigt werden.

Beim Betrachten der Bilder stellt sich einerseits die Frage, was denn an der „guten alten Zeit“ so gut gewesen sein soll, so ärmlich und ungeschminkt kommen die Motive daher.

Andererseits wirken die Aufnahmen wie dörfliche Idyllen, in denen die Zeit geradezu entschleunigt scheint und die abgelichteten Personen und Dinge herrlich „unaufgebrezelt“ und somit natürlich wirken.

Zur Ausstellung erscheint ein Din A3 (29,7x42cm) großer Kalender mit 13 historischen Aufnahmen aus der Münchner Au, natürlich in zertifiziertem klimaneutralem Druck, zum Preis von € 25,–

Herbert Wendling (1902-1970), geboren in Weinheim, lebte von seinem zwölften Lebensjahr bis zu seinem Tod in München. Er ging der Fotografie nicht nur beruflich sondern auch privat nach. So hat er das Haus praktisch nie ohne Kamera(s) und Stativ verlassen. Er arbeitete als festangestellter und freier Fotograf. Zu seinen Auftraggebern gehörten u. a. BMW und Hurth. Nach dem Krieg (ab September 1946) war er für das Bayerische Staatsministerium als Fotograf im Rahmen der Kennkartenaktion tätig und bereiste zur Anfertigung von Lichtbildern in viele bayerische Gemeinden.

Als einer der Ersten benutzte er die Farbfotografie zur Portraitierung von Schulklassen. Er benutzte verschiedenste Kameramodelle wie z.B. Rolleiflex, Linhof Stereo-Kamera, Leica u. a., die er teilweise selbst modifizierte.  Zeit seines Lebens war die Stadt und Straße eine seiner Vorlieben. Er wanderte tagelang durch die Viertel Münchens und fotografierte die Orte und das sich dort abspielende Leben. Dabei entstanden u. a. außergewöhnliche Fotoserien über München in der Vor- und Nachkriegszeit bis Ende der sechziger Jahre.

Gegründet im Sommer 1996 wurde der Ausstellungsraum der Kunstbehandlung in der Münchner Müllerstraße im Januar 2000 erweitert und misst nun etwas mehr als 80 Quadratmeter. Der ungewöhnlich geschnittene Raum wird durch großformatige Dachfenster optimal mit Tageslicht versorgt. So ergeben sich knapp 60 laufende Meter lichtgrau abgetönte, gut beleuchtete Ausstellungsfläche. In monatlich wechselnden Ausstellungen wird ein Überblick über aktuelle Entwicklungen der zeitgenössischen Kunst gezeigt. Eine Besonderheit der Galerie ist, dass einzelne Ausstellungen auch komplett als Online-Ausstellung unter www.kunstbehandlung.com zu besichtigen sind.

Foto/Quelle: ©KBH.KG /  www.kunstbehandlung.de

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