Atelier hinter Indien: Vier Designerinnen aus Düsseldorf definieren Muttertag neu

Frei nach dem Motto „Pralinen machen dick, Schmuck macht schön“, fordern vier Künstlerinnen aus Düsseldorf dazu auf den Muttertag neu zu gestalten. Zum Muttertag am 10. Mai 2015, 11 bis 18 Uhr, laden die vier jungen Designerinnen nicht nur die eigenen, sondern vor allem auch alle anderen Mütter und ihre Kinder auf, zu diesem besonderen Event in ihr gemeinsames „Atelier hinter Indien“ ein.

In ihrer Werkstatt auf der Düsselthaler Str. 1a im trendigen Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort bieten die Künstlerinnen im Alter von 32 bis 37 Jahren einen Einblick in ihre Arbeitswelt und zeigen wie Kreativität entstehen kann. Zum Thema „Sugar Candy Kisses“ laden sie ein selbst Hand anzulegen und zusammen mit der Hilfe der vier Power-Frauen ein eigenes Schmuckstück zu gestalten.

Schluss mit langweiligen Pralinen und Blumen: Schmuck hat Witz

Die Inhaberinnen des „Atelier hinter Indien“ zeigen wieder einmal Freude am unkonventionellen Denken. Schmuckkünstlerin Lynne Philippé erklärt: „Nicht der klassische Schmuck, sondern die Freude am Machen und der spielerische Umgang mit untypischen Materialien stehen im Vordergrund. Schmuck ist viel mehr als die feine Perlenkette. Schmuck ist lebendig, hat Witz und macht Spaß.“

Ausprobieren, spielen, gewagt sein und sich schmücken ist der Leitspruch des Tages und so wird das „Atelier hinter Indien“ zur Experimentier-Zone erklärt: Werkzeug und Arbeitsmaterialien stehen den Teilnehmerinnen ebenso wie der gute Rat der Expertinnen zur Verfügung.

Designerin Melanie Warnstaedt (37) spricht für Ihre Kolleginnen und rät den Männern, mehr Phantasie an Muttertag zu beweisen: „Der klassische Muttertag muss restauriert werden. Schluss mit den langweiligen Pralinen und Blumen. Es gibt so viele Dinge, die Frauen wirklich Spaß machen. Darauf sollten die Ehemänner und Söhne eingehen, sonst bereiten sich die Frauen in Zukunft besser selbst Vergnügen bei Events, an denen sie Spaß haben.“

Zum Kauf eines Schmuckstücks gibt es hausgemachten Kuchen

Ganz auf das Süße verzichten müssen die vier Frauen und Ihre Muttertags-Kundinnen allerdings nicht. Thomas Tkacz, Inhaber des Lokals „Kaffeewache“, bietet seinen Muttertags-Service – einzigartigen Kaffeegenuss und hausgemachten Kuchen. „Ohne Kuchen ist das Leben fade. Wir sind selbst gerne in der ‚Kaffeewache‘, da wollen wir diesen Genuß gerne teilen“, schwärmt Maren Düsel.

Beim Kauf eines Schmuckstücks bekommt man einen Gutschein für ein Stück Kuchen in der Kaffeewache auf der Derendorferstr. 91. Die Designerinnen Sofia Beilharz (33), Maren Düsel (32), Lynne Philippé (34) kennen sich vom Studium an der Düsseldorfer Fachhochschule, die vierte Frau im Atelier, Melanie Warnstaedt (37), lernten sie bei ihrer Suche nach einem Atelier kennen und schätzen.

Seit Dezember 2013 stellen sie in der gemeinsamen Werkstatt, Design, Asseccoires und Schmuck her und verkaufen die schönen Dinge praktisch vom Arbeitsplatz aus. Hier geht begehrte Ware von der Hand der Kreativen ohne Zwischenhandel direkt in den Besitz des Kunden. Echt deutsches Handmade. Kreative Einzelstücke.

Im „Atelier hinter Indien“ gibt es extravagantes Interieur-Design wie Lampen und Kissen und zeitgenössischen, individuell-kreativen Schmuck für jedes Alter. Damit die Designerinnen auch noch genug Zeit für die Produktion ihrer Kult-Objekte haben, ist die öffentliche Besuchszeit überschaubar: Das “Atelier hinter Indien” ist immer Mittwochs von 12 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

Künstlerin Lynne Philippé mit Schmuck von Maren Düsel
Künstlerin Lynne Philippé mit Schmuck von Maren Düsel

 

Jede Frau hat einen eigenen Stil – gemeinsam ist die Freude am Experiment

“Wir sind zwar eine Ateliergemeinschaft, doch jede von uns arbeitet unter ihrem eigenen Namen. Jede hat auch ihre eigene Herangehensweise, einen eigenen Stil. Wir fertigen sowohl Unikatstücke, als auch Serienstücke im Bereich Schmuck und Produkt”, erzählt Lynne Philippé, freiberufliche Schmuckkünstlerin.

Und Sofia Beilharz, selbstständige Schmuckdesignerin, ergänzt: “Schon während des Studiums hatten wir den Wunsch etwas zusammen zu machen. Gemeinsam arbeiten, gemeinsam präsentieren. Wir ergänzen uns in unseren Ansichten über die schönen Dinge des Lebens wie Schmuck und Accessoires.” Das Besondere an der Arbeit der vier Designerinnen sind die untypische Herangehensweisen und Materialien – und die Freude am Experiment.

Alt bewährte Techniken werden in einen neuen oder anderen Kontext gesetzt. Modernste Techniken wie Laserscanning, Wasserstrahlschneiden, 3D-Druck/ Rapid Prototyping werden angewandt. Neben den gängigen Materialien wie zum Beispiel Edelmetalle werden auch schmuckuntypische Materialien wie Aluminium, diverse Kunststoffe, Holz, Resopal, Glas oder Porzellan verwendet. Altbekannte klassische Techniken werden durch unkonventionelle Konzepte und Umsetzungen neu interpretiert.

Das Düsseldorfer Modell von Co-Working für Künstlerinnen

Die Künstlerinnen hoffen, dass Muttertag viele Frauen den Weg in ihr “Atelier hinter Indien” finden. Die Designerinnen Sofia Beilharz, Maren Düsel, Lynne Philippé und Melanie Warnstaedt sind für alle Spielerein offen. Sie fordern die Mütter und ihre Kinder und alle Interessierten auf: „Werden sie ihr eigener Designer. Experimentieren Sie bei uns mit alternativen Materialien. Vom kleinen, bunten Akzent bis zum extravaganten Showpiece – alles ist drin und alles gewünscht. Die Stücke werden fotografiert und sogar prämiert. Auf die Gewinnerin wartet eine kleine Überraschung.“

Die Künstlerinnen lieben ihre individuelle Art des Co-Working: eine Art Düsseldorfer Modell zur Nachahmung in der Künstler- und Designer-Welt empfohlen. “Es ist viel schöner und produktiver nicht alleine in der Werkstatt zu sitzen. In der Gruppe bereichert man sich gegenseitig, ist im stetigen Austausch, bekommt schneller und unmittelbarer Korrektur oder Kritik, kann sich behilflich sein”, sagte Melanie Warnstadt, “Events und Ausstellungen sind zu mehreren besser und effektiver umzusetzen, die Arbeit verteilt sich auf mehrere Schultern.

Impulse und Ideen sind vielseitiger”. Für Maren Düsel “ist die Konstellation das Spannende. Jede von uns arbeitet individuell, verfolgt einen eigenen künstlerischen oder konzeptionellen Ansatz und hat ihre eigene Art und Weise diesen umzusetzen. Das zeigt sich in der Wahl der Materialien, der Formsprache und Technik. Es entsteht eine Vielfalt und die Arbeiten stehen nicht in Konkurrenz zueinander”.

“Gerade weil wir so unterschiedlich sind und so unterschiedlich arbeiten, ist der gegenseitige Austausch anregend. Jeder bringt Wissen mit, von dem der andere profitieren kann”, ergänzt Sofia Beilharz, “dank der Gemeinsamkeit fiel es uns leichter, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen und sich in dieser zu üben, langsam durch unterschiedliche Aktivitäten und Beteiligungen bekannt zu werden und so einen Kundenstamm aufzubauen”.

Den Namen ihres Arbeitsplatzes zu finden, war für die Designerinnen übrigens einfach. Lynne Philippé: “Das indische Restaurant im Hause ist allgegenwärtig. Wir haben eine gemeinsame Adresse auf der Düsselthaler Straße 1a in Düsseldorf-Pempelfort, wir nutzen den gleichen Eingang, begegnen uns ständig, riechen die Gerüche aus der Küche, stolpern regelmäßig über den Tandoriofen im Flur, sind im Hinterhof hinter dem Restaurant – und wir essen gerne indisch.”

Kurze Portraits der Designerinnen: Kunst mit Konzept

Sofia Beilharz, 33 Jahre, Schmuckdesignerin, im Juli 2013 MA Applied Art and Design, seit August 2013 selbstständig. Die Arbeiten von Sofia Beilharz kennzeichnen sich durch ein sehr schlichtes und reduziertes Design und beziehen sich immer wieder auf ihr Grundthema „Einfachheit“.

Ausgangspunkt sind dabei oft die geometrischen Grundformen und ihr Wandel von der Zweidimensionalität hin zur Dreidimensionalität. Die aufgrund ihrer Leichtigkeit bevorzugten Materialien Aluminium und Kunststoff verwendet sie fast ausschließlich in den Farben Silber, Gold und Schwarz.

Lynne Philippé, 34 Jahre, Schmuckkünstlerin und Illustratorin. Februar 2014 MA Applied Art and Design. Lynne ist seit August 2013 im Atelier. Sie arbeitet mit Keramik, Seidenfäden, Emaille, Federstahl, Silber und Gold. Stücke von ihr wurden u.a. in der Graduation Show der Galerie Marzee in Nijmegen ausgestellt, für den Wettbewerb New Traditional Jewellery der Messe Sieraad in Amsterdam nominiert und im Museum Arnheim ausgestellt. Als Illustratorin zeichnet, collagiert und klebt sie auf Papier, Karton und Pappe. Im Dezember 2015 erscheint ihr erstes Buch in Zusammenarbeit mit dem Autor Peter Jamin im Verlag Magenta.

Maren Düsel, 32 Jahre, Schmuckdesignerin, im Juli 2013 MA Applied Art and Design, seit August selbstständig. Ihre Arbeiten konzentrieren sich auf Kontraste, vorwiegend Materialkontraste. Spannungen zwischen verschiedenen und ungewöhnlichen Materialen setzten die Akzente in den Schmuckstücken.

Auch das Spiel mit Farbtönen nimmt eine wichtige Rolle ein, um die Neugierde von Betrachtern und Trägern zu wecken. So entstehen Ketten, die auf den ersten Blick aus grafischen schwarzen Flächen bestehen. Bei genauerem Hinsehen werden feine Tonwertkontraste aufgrund unterschiedlicher Materialität erkennbar. Das Wechselspiel von warmen und kalten Materialien, wie angebranntem Holz und geschwärztem Stahl machen den Reiz dieser Ketten aus.

Hinter dem Verwenden von außergewöhnlichen Materialien im Schmuck steckt bei Maren Düsel die Idee, nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei dem Träger bzw. Betrachter eine Sensibilisierung mit dem Umgang von neuen oder bekanntem Material herbeizuführen, und eine neue Art der Anwendung und die Vielfalt möglicher Materialitäten im Schmuckbereich aufzuzeigen.

Melanie Warnstaedt, 37 Jahre, freiberufliche Schmuck- und Produktdesignerin, Fotografin, Diplom 2009. „Lieber wachsen als grosstun“ (-E.H. Bellermann) ist das Motto der Designerin. „Gewachsen“ so der Titel ihrer Diplomarbeit, der sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeiten zieht. Mal findet man Wachstum in stetig verändernden Oxidationsprozessen, mal ist es das eigene Wachsen an seinen Aufgaben.

Diese zum Teil chemischen Eigenschaften oder auch persönlichen Emotionen transportiert sie in Ihre Arbeiten. Stets offen nimmt sie ihre Umwelt und Mitmenschen wahr. Als Ventil dient der Schmuckdesignerin ihre kreative Arbeit. So entstehen unter anderem Projekte für die Düsseldorfer Aidsstiftung, bayer material science oder Schmuckstücke aus den Geschichten ihrer Familie – der Wirtschaftswunderzeit, der 1950er Jahre. Nur nicht stehen bleiben, offen sein, zuhören können, Geschichten erzählen und den Spass an der Arbeit nicht verlieren ist das Ziel ihres Schaffens.

Foto / Quelle: Melanie Warnstaedt, Atelier hinter Indien

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