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Ist die 3D Druck Technologie nachhaltig?

Die Diskussion über eine Nachhaltigkeit im 3D Druck mit dem Medium Plastik ist groß. Denn hier treffen die Pros und Contras zum Thema richtiger Nutzung der Kunststoffe aufeinander. Die kritischen Stimmen meinen, dass neue und gefährliche Gegenstände produziert werden könnten. Im Jahr 2013 machte es Schlagzeilen, als Fertigungsmöglichkeiten einer Schusswaffe mittels 3D Drucks gezeigt wurden.

Demgegenüber steht das Potential einer additiven Produktion, die bereits eine deutliche Gestalt in dem produzierenden Gewerbe oder auch im Maschinenbau eingenommen hat. Das, was die meisten Menschen einst hinter der Nutzung von einfachem häuslichem Spielzeug angesehen haben, hat mittlerweile einen festen Bestandteil in den genannten Bereichen eingenommen.

Es sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Gefahr der Umweltverschmutzung durch Plastik und Mikroplastik ein nicht zu vernachlässigender Kritikpunkt ist. Aus diesem Grunde sollte sich gerade schon zu Beginn der Flächendeckennutzung der Begriff der Nachhaltigkeit in dieser neuen Produktionsform manifestieren. Es sollten Lehren aus der Industrialisierung gezogen werden, um nicht auch dieselben Fehler zu machen.

Nachhaltigkeit ist ein grosses Thema für den verbraucher
Nachhaltigkeit ist ein grosses Thema für den Verbraucher  (c) pixabay

Der 3D Druck könnte aber ebenso dazu beitragen, dass weniger Material verwendet wird, als dies zuvor geschah. Denn nicht so wie in der CNC Bearbeitung ist das Verfahren subtrahierend, sondern addierend. So ist der Einsatz sehr ressourcensparend. Da neben Kunststoffen mittels 3D Druckverfahrens auch Metalle formbar sind, kann das Verfahren ein wirklicher Konkurrent zur CNC Bearbeitung werden.

Ein weiterer Schritt zur eigentlichen Nachhaltigkeit besteht darin, genutztes Plastik zu recyclen. Gerade das gesammelte Plastik aus den Meeren und künftig eventuell auch Flüssen, wie der Niederländer Boyan Slat mit seiner Firma Ocean Cleanup es versucht, kann zur Wiederverwendung dienen.

Diese Ansätze sind nicht nur sehr gut für die Umwelt, die dadurch wieder sauberer wird, sondern dient zugleich als Lieferantenquelle für die Recyclingfirmen. Dass bereits die ersten namhaften Abnehmer gefunden sind, zeigt Adidas in Zusammenarbeit mit der Organisation Parley for the Oceans.

So stellt Adidas die erste Reihe von Sportschuhen aus recyceltem Plastik her, welches aus den Meeren stammte. Zusätzlich hat sie die Trikots der Sportclubs Real Madrid und Bayern München nachhaltig kreiert. Dasselbe Material diente zur Herstellung des künstlichen Garns dieser Trikots.

Die Revolution der 3D Technik könnte aber noch größer werden. Denn sie könnte im Zuhause Einzug halten. Wenn sich die Nutzer mit ihrem eigenen 3D Drucker nur das selbst ausdrucken können, was sie zur eigenen Verwendung benötigen.

Dann haben sie Individualität geschaffen, ohne viel Material verwendet zu haben. Meistens ist die Massenproduktion von heute dadurch bekannt, dass sie sehr viele überschüssige Ware produziert, die in den Warenregalen verweilen und doch irgendwann verworfen werden.

Wenn natürlich zuhause leichter produziert werden kann, könnte es hingegen auch zu einem dramatischen Anstieg des Einsatzes von Kunststoff kommen. Die Gefahr besteht besonders dann, wenn nach einer Modeerscheinung produziert und später wieder weggeworfen wird, wenn sie anschließend nicht mehr gefällt.

So muss sich der private Nutzer selbst eine gewisse Diät auferlegen, um nicht unsinnigerweise zu produzieren. Gleichzeitig müssen der Anspruch und die Möglichkeit der Industrie vorhanden sein, das Material immer hundertprozentig wieder verwenden zu können. Wird der Umgang also ressourcenschonend betrieben und das Recyclingverfahren vollständig effektiv, hat der 3D Druck eine große Zukunft innerhalb der Nachhaltigkeit vor sich.

Foto: pixabay

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