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Männer lieben Frauen mit High Heels

Frauen lieben Schuhe. Männer lieben Frauen. Frauen lieben hohe Schuhe. Also lieben auch Männer hohe Schuhe? Das könnte man durchaus so sagen. Ist uns dann aber doch zu einfach. Lassen sie uns etwas weiter, besser noch, viel weiter zurück gehen. Zu den Anfängen. Zum Homo erectus. Denn wer noch auf vier Beinen läuft, braucht keine Schuhe im eigentlichen Sinne. Zur Erfindung der Schuhe.

Die Gelehrten streiten sich, wann die genau Hominiden die Fußbekleidung erfunden haben sollen. Aber Forschungen in Afrika haben ergeben, dass bereits ca 13000 Jahre vor Christus auf vielen Höhlen- und Felsmalereien recht gut zu erkennen ist, dass Menschen dort Fuss schützende Materialien, durchaus als eine Art Schuhwerk zu bezeichnen, trugen. Es ist sogar zu erkennen dass dies antike Schuhwerk aus verschienen Materialien zu bestehen schien. Es herrscht an den immer grünen Ufern des Nils ein schierer Überfluss an Binsen, Gräsern und Schilfen. Diese einfachen ersten Schuhformen waren jedoch stets knöchelbedeckend und höher. Also eher Stiefel denn Ballerinas oder High Heels.

High Heels
Was will Mann mehr: Hübsche Mädels mit High Heels

Wie wiederstandsfähig beispielsweise das Naturmaterial Schilf ist, weiss jeder, der schon mal auf Sylt die uralten reetgedeckten Fischerhütten gesehen hat. Es wird eine geschätzte Haltbarkeit von ca 100 Jahren unterstellt.

Nun wurde ein frühgeschichtlicher Schuh wohl eher aus weichen Binsen geflochten. Er musste auch keine Hundert Jahre halten. Zumal die Lebenserwartung seiner Träger, den vielen Krankheiten und ständigen Kriegen Rechnung tragend, nur bei ca 20 Jahren gelegen hat.

Bei der Herstellung kamen auch Tierhäute und Felle zu Einsatz. Dies belegen frühe Funde aus dem alten Ägypten aus den Jahren um etwa 3000 vor Christus. Es wurde, Jagtglück einmal unterstellt, von der kostbaren protein- und fettreichen Beute generell alles verwertet. Und was liegt näher, zu dem tagsüber vor Sonne und nachts vor Kälte schützenden Fellumhang auch aus dem selben Material ein Fussschutz zu konzipieren.

Grade in den Breiten dort in Afrika sind im Sommer Boden-und Sandtemperaturen von 60 Grad und mehr keine Seltenheit. Da kann die Hornhaut noch so dick sein. Ein entspanntes Fortbewegen ohne Schmerz und Verbrennungen war kaum möglich. Und es gab, und gibt dort heute noch, jede Menge unangenehm piekendes, stechendes und beissendes bodenbewohnendes Getier wie Spinnen und Skorpione.

Oder wenn dann der Fehltritt auch noch den Schwanz einer giftigen übel gelaunten Schlange trifft, war es mit ziemlicher Sicherheit der letzte. Es sei denn, die Giftzähne der Getretenen hauen in ein zähes Ziegenfell. Dann kann der Fussgänger flugs den Rückzug antreten und feiert zukünftig zweimal im Jahr Geburtstag.

Grundsätzlich kann der Evolutionsbiologe guten Gewissens sagen, dass der Mensch auch nur ein (intelligentes) Fluchttier ist. Was bedeutet, eine Fussverletzung zur damaligen harten Zeit, war fast der sichere Tod. Jeder der sich beim Ballspiel einmal den ordentlich den Fuss verknackst oder verstaucht hat, weiß wie gut damit laufen ist. Daher liegt es nahe, den Fuss irgendwie zu schützen. Dies sind urgeschichtlich existentielle Gründe für das Tragen von schützendem Schuhwerk.

Uns interessiert aber folgendes: Wann versuchten Frauen überhaupt, rein geschichtlich betrachtet, das erste Mal, ihre erotische Attraktivität durch hohes Schuhwerk zu steigern? Wir suchen quasi die Erfindung der High Heels  – oder wollen zumindest den Ursprung des Gedankens zu dokumentieren!

Im Frühmittelalter gab es eine Art Reitstiefel, die bereits Absätze aufwiesen. Allerdings nicht aus dem Grund, den wir vermuten, sondern nur um dem Reiter besseren Halt zu gewährleisten. Im späteren Mittelalter waren Schuhe noch immer fast gleicher Fertigungsart. Es gab kaum einen Unterschied zwischen Schuhen für Frauen- und Männerschuhen. Kaum vorstellbar in der heutigen Zeit. Im 15. und 16 Jahrhundert gab es denn tatsächlich etwas wie eine richtige Schuhmode. Vor allen Dingen der Adel prunkte mit Broschen, Schnallen und Brokat am samtenen oder seidigen Fuss.

Dann war es endlich soweit: Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Absätze immer höher. Der männliche Träger machte sich größer um imposanter zu erscheinen und die Frau betonte ihre Beine und den Oberkörper! Der modisch-attraktive Aspekt überwog den Zwecknutzen. Man kann mit etwas Phantasie und gutem Willen sagen, dass die in der Männerwelt so beliebten High-Heels mit extra langen Absätzen dort in gewisser Weise ihren Ursprung haben. Und dort bereits der Grundgedanke entstand. Zumal diese Phase des Mittelalters belegbar nicht grade für Keuscheit und Prüderie bekannt waren…

Foto/Quelle: Wikimedia Commons  / Jacrews7

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