Die beliebtesten Arbeitgeber in der Studie „Working in Fashion“

Die Modebranche hat gewählt: Mehr als 5300 Mitarbeiter haben bei der Studie des Fachmagazins TextilWirtschaft (dfv Mediengruppe) „Working in Fashion 2020“ ihr Urteil abgegeben und 40 verschiedene Fashion-Arbeitgeber bewertet. Dabei liegen im Ranking des Gesamtimages Adidas, Betty Barclay und Hugo Boss vorn.

Zu den Aufsteigern im Vergleich zum Vorjahr gehören Puma und Marc O’Polo, die PVH (u.a. Tommy Hilfiger, Calvin Klein) und Brax auf den Plätzen vier und fünf ablösen. Erstmals unter den Top 10 ist auch Breuninger. Zu den Aufsteigern des Jahres gehören zudem H&M mit einem Aufstieg von Rang 23 auf Platz 15, Adler (von 38 auf 30) und Amazon (27 auf 20).

Verloren haben Kik von 10 auf 34), Klingel (von 36 auf 21) und Primark (von 32 auf 16) verloren haben. Schlusslichter des Ranking bleiben die krisengebeutelten Unternehmen Gerry Weber und Galeria Karstadt Kaufhof. Dabei erklärt sich deren geringe Attraktivität als Arbeitgeber vor allem durch die Gesamtsituation und die massiven Umstrukturierungen und die derzeitigen Sanierungsmaßnahmen.

Aber die große Mitarbeiter-Befragung zeigt nicht nur, wie die Arbeitnehmer das Image der großen Firmen bewerten, sondern auch was sie erwarten und sich wünschen. Demnach gehen 89% der Befragten gern zur Arbeit. Nahezu drei Viertel identifizieren sich mit ihrem Arbeitgeber, aber nur jeder Zweite „brennt“ für seine Arbeit.

Dabei spielt Home Office eine untergeordnete Rolle
Dabei spielt Home Office eine untergeordnete Rolle  (c) pixabay.com

Karriere ist nicht alles. Nicht erst seit Lockdown und Kurzarbeit entdecken die Mitarbeiter die Vorzüge von Freiheit und Freizeit. Schon zum Zeitpunkt der Befragung am Jahresanfang erklärten nur 28 % der Befragten, dass sie für ihre Karriere bereit seien, auf Freizeit und Hobbys zu verzichten. Genauso wichtig wie eine Ausgewogenheit zwischen Job und Freizeit ist den Beschäftigten die Wertschätzung durch den Arbeitgeber.

Nur jeder Zweite erhält in seinem Unternehmen die Anerkennung, die er sich wünscht. Generell werden die Art des Führens und das Hierarchiedenken kritisiert. Zum ersten Mal hat die TW gefragt, ob die Entscheidungsprozesse im Unternehmen zu lange dauern. Ja, sagen 65 % der Mitarbeiter. Viele fühlen sich zudem schlecht informiert. Nur jeder Zweite (56%) stimmt der Aussage zu: „Unser Unternehmen hat eine klare Strategie, die unternehmensintern auch gut kommuniziert wird“.

Großen Stellenwert hat inzwischen bei den Mitarbeitern das Thema Nachhaltigkeit. 84% der Befragten sehen ökologische und soziale Verantwortung als eine der größten Herausforderungen für die Fashion-Branche. Der Mehrheit der Mitarbeiter (82%) ist es wichtig, in Unternehmen zu arbeiten, die sich mit Umweltschutz und fairer Produktion beschäftigen. Drei Viertel der Mitarbeiter sagen zudem, dass ihnen der Spaß an der Arbeit wichtiger ist als ein gutes Gehalt.

Dennoch ist eine angemessene Bezahlung für 74% der Befragten die Voraussetzung dafür, dass sie mit dem Job zufrieden sind. Hier geht es bergauf: Das Einstiegsgehalt liegt mit 29.900 Euro im Durchschnitt immerhin 600 Euro höher als 2019. Festangestellte bekommen mit 52.400 Euro jährlich brutto fast 2000 Euro mehr als noch vor zwei Jahren.

Erschreckend sind dabei allerdings immer noch die großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So gaben die Frauen im Schnitt nur 46.100 Euro Jahresgehalt an, während es bei den Männern 68.200 Euro sind. Zufrieden sind damit nur 39% der weiblichen und 54% der männlichen Mitarbeiter. Das sollte alarmieren, denn ein gutes Gehaltsniveau ist nach dem guten Betriebsklima auf Rang zwei der Leistungen, die die Befragten von einem Arbeitgeber erwarten.

„Zu wenig Geld“ ist wie auch in den Vorjahren der Kündigungsgrund Nummer eins für 70% der Befragten. Noch vor unzureichenden Karriereperspektiven und unausgewogener Work-Life-Balance, die für jeden Zweiten ein Grund für einen Arbeitgeberwechsel sind. Darüber denkt immerhin die Hälfte der Befragten nach. Entscheidend bei der Arbeitgeberwahl bleibt für die Mitarbeiter dabei nach wie vor das Image: „Ich lege viel Wert darauf, dass das Unternehmen, in dem ich arbeite, ein gutes Image hat“, sagen wie in jedem Jahr mehr als drei Viertel der Befragten.

Zur Studie: Insgesamt 5304 Studenten, Auszubildende, Young Professionals (bis 35 Jahre) und Professionals (ab 35 Jahre) aus der Textil- und Modebranche haben sich im Januar und Februar 2020 an der Online-Befragung im zur TW-Studie Working in Fashion 2020 beteiligt und Fragen zu ihren Karrierewünschen und Erwartungen an Arbeitgeber beantwortet.

Drei Viertel der Befragten sind Frauen. Jede Zweite ist im Bekleidungshandel tätig, 35% aller Teilnehmer arbeiten in der Bekleidungsindustrie. Die Befragten konnten 40 Unternehmen aus der Textil- und Modebranche in zehn Kategorien bewerten, nach Kriterien wie gutes Gehalt, sichere Arbeitsplätze und Karrieremöglichkeiten. Aus dem nach Relevanz der Kategorie gewichteten Durchschnitt ergibt sich das Gesamt-Image der Unternehmen als Arbeitgeber.

Dabei wurden in diesem Jahr erstmals die Beurteilungen durch die eigenen Mitarbeiter immer nur zu maximal 20% in das Gesamtimage eingerechnet. Interessenten können den rund 500 Seiten starken Expertenband der TW-Studie mit ausführlichen Tabellen und allen Ergebnissen differenziert nach den wichtigsten Zielgruppen für 498 Euro unter der Email-Adresse redaktiontw@textilwirtschaft.de und dem Kennwort „WIF 2020“ bestellen.

Foto / Quelle: www.dfv.de, dfv Mediengruppe

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