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Das duale Gesundheitssystem in Deutschland in der Kritik

Einem kritischen Bericht der Online Zeitung zeit.de nach ist das duale Gesundheitssystem aus Privater Krankenversicherung (Pkv) und gesetzlichen Krankenkassen (Gkv) sowohl unsolidarisch als auch risikobehaftet.

Entgegen vieler Gutachten des Pkv-Verbandes, wonach das duale System aus PKV und GKV den medizinischen Fortschritt in Deutschland aufrecht erhält und eine europaweite gesundheitliche Versorgung auf Spitzenniveau sichert, gelangen die Autoren des Zeit-Artikels zu anderen Schlüssen.

Private Krankenversicherung betreibt Rosinenpickerei
Bemängelt wird das Recht der privaten Krankenversicherungen, sich ihre Kunden aussuchen und unliebsame, weil kranke und deshalb kostenintensive Kunden abweisen zu dürfen. Im Vergleich zur Pkv müssen die gesetzlichen Krankenkassen jeden Versicherungsantrag annehmen.

Die Beiträge in den gesetzlichen Krankenkassen bemessen sich an der Höhe des Einkommens eines jeden Versicherten, der Leistungsumfang ist für alle Versicherten gleich. Jeder zahlt nach seinem Einkommen und erhält die gleichen Leistungen.

In der Pkv spielt die Höhe des Gehalts keine Rolle bei der Beitragshöhe. Hier richten sich die Prämien nach den gewünschten Leistungen im Vertrag, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers. Eine weitere Hürde schützt die Pkv vor Geringverdienern, die Versicherungspflichtgrenze.

Demnach dürfen nur Menschen mit einem Mindesteinkommen in die private Krankenversicherung wechseln, es sei denn sie sind Beamte oder  Selbständige. So verbleiben die Geringverdiener in der gesetzlichen Krankenkasse. Sie zahlen niedrigere Beiträge und werden wie alle vollumfänglich versorgt, was die Kostenspirale zusätzlich dreht.

Die Kosten für die Gesundheitsversorgung steigen und steigen
Die Kosten für die Gesundheitsversorgung steigen und steigen

Private Krankenzusatzversicherung für gesetzlich Versicherte: rette sich wer kann
Da die gesetzlichen Kassen lediglich die Mindestversorgung gewährleisten, suchen viele Kassenpatienten ihr Heil in einer privaten Krankenzusatzversicherung (weitere Informationen und Testergebnisse auf https://www.private-krankenversicherung-test.de/zusatzversicherung ).

Mit einer solchen Zusatzversicherung lassen sich gewünschte Leistungen wie höhere Kostenerstattungen bei Zahnbehandlung und Zahnersatz oder Unterbringung im Einbettzimmer mit Chefarztbehandlung einschließen.

Laut der Erhebung der Unternehmensberatung Pwc haben bereits 40 Prozent der Bundesbürger eine Private Zusatzkrankenversicherung. Dass es nicht noch mehr sind liegt möglicherweise an den fehlenden finanziellen Mittel vieler gesetzlich Versicherter.

Sowohl Pkv als auch Gkv werden immer teurer
Kritisiert werden die ausufernden Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung, die besonders ältere versicherte betreffen. Im Durchschnitt erhöhen sich die Kosten in der PKV jährlich um drei Prozent.

Das bringt viele Privatpatienten im Ruhestand in finanzielle Nöte. Trotz geringeren Einkommens steigen die Kosten. Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Versicherung ist bei ihnen nicht möglich.

Doch auch Kassenpatienten müssen stetig steigende Beiträge in Form des Zusatzbeitrags hinnehmen. Beträgt dieser aktuell im Durchschnitt etwa einen Prozent, soll dieser in den kommenden zwei Jahren auf gut 1,8 Prozent steigen.

Das klingt nicht dramatisch, ist jedoch nicht unerheblich. Denn die zusätzlichen 1,8 Prozent beziehen sich auf das Bruttoeinkommen und können schnell eine zusätzliche Belastung von bis zu 252 Euro pro Jahr bedeuten.

Wahlen 2017: kommt die Bürgerversicherung?
Richtungsweisend werden die Ergebnisse der kommenden Bundestagswahlen 2017 sein. Während sich die CDU/CSU für den Erhalt der Privaten Krankenversicherung in ihrer aktuellen Form einsetzt, plädieren die SPD, die Grünen und die Linke für die Bürgerversicherung. Ob das duale Gesundheitssystem in Deutschland weiter wie bisher Bestand haben wird, wird wohl der Ausgang der Wahlen zeigen.

Foto: pixabay

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