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Schmerzen haben eine wichtige Warnfunktion

Schmerzen sind unangenehm, haben jedoch für unseren Körper eine äußerst wichtige Warnfunktion: Sie weisen uns auf schädliche Einflüsse hin oder zeigen uns an, dass es besser wäre, die entsprechenden Körperregionen ruhig zu stellen, damit die Heilungsfunktion einsetzen kann.

Wie entstehen Schmerzen?
In nahezu allen Körperregionen – mit Ausnahme des Gehirns – befinden sich Schmerzrezeptoren. Dies sind Nervenenden, die durch verschiedene Reize aktiviert werden können: Aktivierende Reize sind Hitze, Kälte, Druck und Verletzungen, aber auch chemische Reize wie Sauerstoffmangel oder der Kontakt zu giftigen Stoffen oder Entzündungsfaktoren.

So können Stoffe aus benachbarten, beschädigten Körperzellen die Schmerzrezeptoren ebenfalls aktivieren. Nach der Aktivierung leitet der zugehörige Nerv das Schmerzsignal über das Rückenmark weiter ans Gehirn.

Wird das Gewebe verletzt, setzen körpereigene Selbstheilungsprozesse ein: Die Blutgefäße dehnen sich aus um die Durchblutung zu verbessern – so können Nährstoffe, Sauerstoff und Zellen, die für den Heilungsprozess hilfreich sind, schneller zur verletzten Region transportiert werden.

Manche dieser spezialisierten Zellen, so genannte Schmerzmediatoren, setzen Stoffe frei, die die Schmerzrezeptoren ebenfalls aktivieren oder ihre Empfindlichkeit erhöhen.

Wie wirken Schmerzmittel?
Man unterscheidet grob zwei Arten von Schmerzmitteln: Nicht-Opioid-Analgetika und die Opioid-Analgetika. Vereinfacht kann man sagen, dass Nicht-Opioid-Analgetika die Bildung von Schmerzmediatoren hemmen, während die Gruppe der Opioide die Weiterleitung und Verarbeitung von Schmerzreizen unterdrückt.

Schmerzen wirksam behandeln
Schmerzen wirksam behandeln

Chronische Schmerzen wirksam behandeln
Während akute Schmerzen Symptome sind für eine Verletzung oder eine Krankheit, ist chronischer Schmerz über die Zeit selbst zu einer Erkrankung geworden, und diese ist für die Patienten körperlich sowie psychisch stark belastend.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft schätzt die Anzahl der Menschen mit chronischen Schmerzen auf 8 bis 16 Millionen!1 Die Ursachen bei 16% der Betroffenen sind Erkrankungen des Bewegungsapparates – vor allem unter Rückenschmerzen leiden 10% der chronischen Schmerzpatienten.

Besonders schlimm wird es für die Patienten, wenn das sogenannte Schmerzgedächtnis entsteht: Dabei ist das zentrale Nervensystem durch die ständigen Schmerzreize so sensibel geworden, dass es selbst auf harmlose Reize mit Schmerzsignalen reagiert.

Um den zahlreichen Schmerzpatienten alleine in Deutschland kompetent zur Seite stehen zu können, muss seit 2016 jeder Medizinstudent, der sich zum zweiten Staatsexamen anmeldet, Leistungsnachweise auf dem Gebiet der Schmerzmedizin vorlegen2. Doch häufig reicht die hausärztliche Behandlung nicht aus und Patienten müssen sich an schmerztherapeutische Zentren wenden, um umfassend behandelt zu werden.

In der interdisziplinären Schmerztherapie kommen verschiedene Ansätze zum Einsatz, je nach Art und Ausprägung der Schmerzen. Neben der optimalen Einstellung an Medikamenten und Schmerzmitteln bekommen die Patienten auch Bewegungstherapie und lernen durch psychologische Unterstützung, wie sie durch Stress- und Schmerzbewältigungstraining im Alltag mit ihren Schmerzen besser umgehen können.

Auch naturheilkundliche Maßnahmen wie Akupunktur oder transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) tragen heutzutage zu einer erfolgreichen, ganzheitlichen Schmerztherapie bei.

Wirksame Mittel für den Hausgebrauch
Das beste Mittel gegen Hexenschuss und andere Schmerzen des Bewegungsapparates ist Wärme: Zu Hause hilft eine Wärmflasche – für unterwegs sind Wärmepads oder -Pflaster ideal, die ihre wohltuende und schmerzlindernde Wärme für bis zu 8 Stunden ausstrahlen. Auch sanfte Öl-Massagen tun besonders gut, vor allem mit wärmenden oder entspannenden Ölen wie Lavendel oder schmerzlinderndem Eisenhutextrakt.

Um die Muskulatur und die Nerven zu unterstützen, besonders wenn über längere Zeit Schmerzmittel und Protonenpumpenhemmer eingenommen werden, eignet sich Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel. B-Vitamine helfen, Empfindungsstörungen, die durch Nervenschädigungen bedingt sind, zu lindern.

Extrakte aus Brennnesselblättern können die Knorpeldestruktion bei Arthrose aufhalten und die Entstehung entzündungsauslösender Cytokine hemmen.

Wer häufiger unter Bauchschmerzen leidet, sollte seine Darmflora anhand einer Stuhlprobe überprüfen lassen und mögliche Dysbalancen mit Probiotika ausgleichen.

1. https://www.dgss.org/fileadmin/pdf/Aktionstag-Zahlen-Fakten.pdf
2. http://schmerzliga.de/download/dossier_schmerzliga.pdf

Foto / Quelle: Thermaplast, medicalpress

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