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Achtung Pollenflug: Der Frühling naht – und der Heuschnupfen auch!

Es könnte so schön sein… der Frühling ist da, die ersten bunten Blumen erfreuen die Sinne und die Sonne lacht. Doch leider springen nicht alle Menschen vor Freude in die (Frühlings-)Luft: Rund 15 bis 20% aller Deutschen leiden im Lauf ihres Lebens unter Heuschnupfen, und damit wird ihnen der Spaß am Frühling ganz schön verdorben. Atemwegsbeschwerden, juckende und triefende Nasen, brennende Augen – da bleibt man doch lieber zu Hause….

Was im Akutfall hilft
Unter den Atemwegsallergien stellen die Pollenallergien den größten Anteil dar. Doch wie lässt sich der Heuschnupfen behandeln, was kann man tun, um den Frühling doch noch genießen zu können?

Anja Schwalfenberg vom Beratungsteam des Deutschen Allergie- und Asthmabunds Daab rät im medicalpress-Interview zur Behandlung akuter Symptome mit antiallergischen bzw. bei allergischem Asthma mit antiasthmatischen Medikamenten: „Ohne eine entsprechende Behandlung der Symptome besteht die Gefahr, dass sich das Risiko für die Entwicklung eines allergischen Asthmas weiter erhöht bzw. sich schon bestehendes Asthma akut verschlechtert. Auf lange Sicht sollte gegebenenfalls die Therapie mittels Hyposensibilisierung erfolgen.“

Verschiedene Nasensprays helfen bei akuten Beschwerden
Verschiedene Nasensprays helfen bei akuten Beschwerden  (c) pixabay

Langfristig hilfreich: Die Hyposensibilisierung
„Die Behandlung mittels Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt, kann dafür sorgen, dass der Medikamentenverbrauch an antiallergischen Arzneien in vielen Fällen sehr gesenkt werden kann“, erklärt Anja Schwalfenberg. Sie soll das Immunsystem an die allergieauslösenden Substanzen gewöhnen, indem man es immer wieder damit reizt und die Dosierung schrittweise erhöht.

Das kann bedeuten, dass ein Patient über mehrere Jahre wöchentlich Spritzen mit Pollen-Allergenen vom Facharzt gesetzt bekommt. Wenn die Höchstdosis des jeweiligen Patienten erreicht wurde, wird sie trotzdem regelmäßig weiter verabreicht, wobei sich Abstände der Spritzen je nach Therapieverfahren von täglich bis sechswöchentlich reichen. Die Erfolgsaussichten sind jedoch gut und bislang ist dies die einzige schulmedizinische Therapie, die versucht die Ursache – nämlich ein überreiztes oder überempfindliches Immunsystem – zu behandeln.

Was ist mit dem Immunsystem los?
Normalerweise erkennt unser Immunsystem Krankheitserreger im Körper und wehrt diese ab. Bei Heuschnupfen, der zur sogenannten Art der Typ-1-Allergie gehört, stufen jedoch bestimmte Zellen des Immunsystems harmlose Pollen als feindlich ein und versuchen, diesen Feind mit IgE-Antikörpern zu beseitigen. Dabei werden entzündungsfördernde Substanzen wie Histamin freigesetzt, die zu Sofortreaktionenen in der Nase und den Augen führen können.

Die Ursache für dieses fehlgeleitete Immunsystem wir noch immer diskutiert. Viele Mediziner unterstützen die „Hygiene-Hypothese“, da in Studien festgestellt wurde, dass das Asthma- und Allergierisiko von Landkindern (vor allem derer, die auf dem Bauernhof aufwachsen) deutlich geringer ist als das von Stadtkindern. Auch die zunehmende Hygiene durch den angestiegenen Verbrauch aggressiver Putzmittel könnte darauf hindeuten, dass Allergien in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen haben.

Alternative Behandlungsmethoden: Den Darm stärken
Heute wissen wir, dass der größte Anteil des Immunsystems im Darm sitzt – daher wird vor allem in der Naturheilkunde auch häufig der Darm bei Allergikern mitbehandelt. Oft ist die Darmflora im Ungleichgewicht und kann nach einer Labor-Untersuchung anhand einer Stuhlprobe gezielt wieder aufgebaut werden, was die Neigung zu Allergien senken kann. Auch über andere naturheilkundliche Verfahren wie Homöopathie oder Akupunktur ist die ursächliche Behandlung von Heuschnupfen möglich.

Tipps für alle Geplagten:
Versuchen Sie herauszufinden, wann die Pollenbelastung zu Hause am schlimmsten ist und verbringen Sie diese Zeit wenn möglich in einer allergenärmeren Umgebung – zum Beispiel in den Bergen oder am Meer.

Für Spaziergänge abwarten bis es regnet und danach schnell raus gehen – jetzt ist die Luft klar! Halten Sie tagsüber die Fenster geschlossen: Lüften sollten Sie zwischen 6 und 8 Uhr, auf dem Land zwischen 19 Uhr und Mitternacht – denn dann sind am wenigsten Pollen in der Luft.

Duschen Sie abends und waschen Sie sich dann die Haare – so werden keine Pollen ins Bett geschleppt. Auch Schutzgitter für das Schlafzimmerfenster und der Verzicht auf Pflanzen in den Schlafräumen tragen zu einer gesunden Nachtruhe für Allergiker bei.

Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann vom Allergiezentrum der Charité rät Betroffenen zudem, sich die kostenlose App „Pollen“ herunterzuladen. Sie bietet eine individuelle Pollenflugvorhersage, einen Allergie-Selbst-Test und die Möglichkeit, Symptome zu notieren, um sie mit dem Arzt zu besprechen: www.pollenstiftung.de

Quellen:
Medicalpress Experten-Interview mit Anja Schwalfenberg, Biologin und Mitglied des DAAB-Beratungsteams (Deutscher Allergie- und Asthmabund)
Link: https://www.medicalpress.de/w/mpt356-medicalpress-facharchiv-allergien-interview.html

Medicalpress Experten-Interview mit Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologischen Ambulanz, Allergiezentrum der Charité, Klinik für Dermatologie und Allergologie

Link: https://www.medicalpress.de/w/mpf031-medicalpress-facharchiv-heuschnupfen-und-allergien-experteninterview-dr.-bergmann.html

Foto / Quelle: (c) pixabay / www.medicalpress.de

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