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Achtung Schimmel – mit Video

Schimmelpilze sind nicht nur unappetitlich und machen Nahrungsmittel ungenießbar. Sie zerstören Baumaterialien und stehen im Verdacht, krank zu machen. Die Ursache für den Schimmelbefall von Wohnungen liegt zumeist im falschen Lüften, verbunden mit Mängeln in der Wärmedämmung.

Infektionskrankheiten, Allergien, Reizungen von Augen und Atemwege, Müdigkeit und Gliederschmerzen – dem Schimmelpilz in Wohnräumen werden viele negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner zugeschrieben.

Vor allem Kinder und Menschen mit gestörtem Immunsystem reagieren empfindlich. Schon jetzt leben in Deutschland rund 30 Millionen Allergiker. Und fast jeder Dritte davon ist von einer Schimmelpilzallergie betroffen.

Grund für das vermehrte Auftauchen von Schimmelpilzen in Innenräumen ist der fehlende Luftaustausch, verbunden mit einem Anstieg der Feuchtigkeit. Gefördert wird dies durch luftdichte Fenster. Mit ihnen spart man zwar Energie, doch verhindern sie auch den notwendigen Luftaustausch, mit dem auch die Feuchte aus dem Raum verschwindet.

Unterschätzte Krankmacher: Schimmelpilze in Wohnräumen
Unterschätzte Krankmacher: Schimmelpilze in Wohnräumen

Besonders an schlecht gedämmten Gebäudeteilen – so genannten Wärmebrücken – schlägt sich die Luftfeuchte dann nieder und bietet Schimmelsporen einen idealen Nährboden. Offen sichtbar wird das zum Beispiel an den Innenseiten der Fensterleibungen oder in den Zimmerecken, speziell da, wo Außenwände aufeinander treffen.

Ideale Wachstumsbedingungen finden sich aber auch an Stellen, die für den Nutzer nicht gleich sichtbar sind: hinter Schränken an kalten Außenwänden, Bildern, Fußleisten oder unter Fußböden.

Luftfeuchte entsteht durch die ganz normale Nutzung in einer Wohnung: Waschen, Duschen, Baden, Kochen, Pflanzen, ganz normale Körperausdünstungen – all das reichert die Raumluft mit Feuchte an. So gibt jeder Mensch pro Tag 1 bis 1,5 Liter Wasser an die Raumluft ab, so dass in einem 4-Personen-Haushalt täglich rund 10 Liter Wasser entsteht.

Die Luft kann jedoch immer nur eine begrenzte Menge Wasserdampf aufnehmen. Warmer Luft gelingt das grundsätzlich besser als kalter. Während der Heizperiode sollte die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent liegen.

Ein Hygrometer hilft dabei, diesen Wert zu erkennen, da man Schwankungen der Luftfeuchte im Gegensatz zur Temperatur nicht fühlt. Je schlechter die Wärmedämmung des Gebäudes ist, desto niedriger sollte die relative Feuchtigkeit sein.

Was kann man jedoch tun, wenn die eigene Wohnung bereits von Schimmelpilzbefall betroffen ist? Mit Hausmitteln wie dem oft empfohlenen Essig lässt sich Schimmel nicht dauerhaft beseitigen. Mit ihnen reinigt man befallene Stellen allenfalls oberflächlich.

Sie dringen jedoch nicht in die Baustoffe ein, in denen die Schimmelpilzsporen sehr tief sitzen können. Essig hinterlässt zudem an der Oberfläche einen sauren PH-Wert und bietet so beste Wachstumsbedingungen für die Pilze, die nach der Reinigung auch gleich wieder auftauchen.

Wirksame chemische Mittel hingegen sind oft extrem giftig und müssen mit größter Vorsicht oder besser gleich vom Fachmann eingesetzt werden. In vielen frei verkäuflichen Mitteln ist beispielsweise Chlor enthalten, das an die Raumluft abgegeben wird und sich gesundheitsschädigend auswirken kann.

Bei großflächigen Schädigungen ist ein Austauschen der befallenen Bau- und Dekorationsstoffe unumgänglich, um die tief sitzenden Schimmelsporen restlos zu entfernen. Dies sollte jedoch dem Fachmann überlassen werden.

Er weiß, wie man Wände fachgerecht austrocknet und anschließend mit den passenden Beschichtungsstoffen belegt. So sind zum Beispiel PH-neutrale Beschichtungen wie Gips oder Dispersionsfarbe zu vermeiden. Kalkputze hingegen stellen ein alkalisches Milieu her, das dem Schimmelpilz keinen Nährboden mehr bietet.

Foto / Quelle: Bacher, Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade (KomZet)

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