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Neugeborene und Chrystal Meth

Die Zahl der Neugeborenen, die unter Methamphetamin-Entzug zur Welt kommen, hat sich in Dresden in den letzten neun Jahren verzehnfacht. Auch in Ostbayern nehmen die Fälle zu. Das ist ein dramatischer Anstieg, der die Kinderärzte in Alarmstimmung versetzt. Zurecht, denn die Folgen für die Kinder sind erheblich: motorische Probleme, AD(H)S, Lernbehinderung und schlimmeres beeinträchtigen diese Kinder oft ein Leben lang. Glücklicherweise sind wir in Landshut von dieser Entwicklung noch verschont.

Das soll auch so bleiben, meinen nicht nur die Landtagsabgeordneten Ruth Müller und Helmut Radlmeier, beide Mitglieder des Ausschusses für Gesundheit und Pflege . Bei diesem Thema lies sich rasch ein Expertengremium am Kinderkrankenhaus Landshut mobilisieren: Petra Stemplinger, Kinder- und Jugendpsychiaterin und Leiterin des Medizinischen Versorgungszentrums am Kinderkrankenhaus, lud Vertreter der Suchtberatungen und der Koki (koordinierende Kinderschutzstelle) zum vernetzten Austausch mit den Politikern ein.

Dr. Ebner, Leitender Facharzt am BKH Landshut und ausgewiesener Experte für Jugend und Sucht, diente der Runde mit aktuellen Informationen: Jugendliche in Niederbayern steigen ein mit Alkohol und Cannabis. Neben Kräutermischungen und Medikamenten wie Hustenstiller, Ritalin und Schmerzmittel greifen auch sie zunehmend zum leicht und billig zugänglichen Crystal Meth. Die hohe Rate an abhängigen Schwangeren nahe der Tschechischen Grenze ist der sexuellen Enthemmung unter dem Konsum geschuldet.

Kinderkrankenhaus St. Marien gGmbH in Landshut
Kinderkrankenhaus St. Marien gGmbH in Landshut

Eine wirkungsvolle Verhütung bleibt dabei häufig auf der Strecke. Aufklärungs- und Präventionsarbeit sowie früh greifende ambulante und stationäre Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene ist daher das erklärte fraktionsübergreifende Ziel der Suchtversorgung der Region. Der Ausbau der geplanten Suchtbetten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie am BKH Landshut stellt dabei einen wichtigen Meilenstein dar. Genauso wichtig ist eine kontinuierlich gepflegte Netzwerkarbeit zum Thema Kinderschutz.

Unser Wissen um die Prägung unserer Gesundheit in den ersten Lebensjahren ist heute so fundiert, dass man zurecht sagen kann: „Gesundes Altern startet im Mutterleib“. Das Kinderkrankenhaus St. Marien freut sich, dass unsere Lokalpolitiker beim Thema „Kinderschutz“ unabhängig vom Parteiprogramm im Schulterschluss zusammenarbeiten.

Vereinbart wurde auf Anregung der Abgeordneten, einen Runden Tisch zu diesem Thema einzuberufen, um das wichtige Thema auf breiterer Basis zu diskutieren. „Wir wollen sowohl Eltern als auch Ärzte für die Problematik sensibilisieren und die Prävention in diesem Bereich stärken, schon bevor diese Droge in der Region Landshut Fuß fasst“, erläutert Helmut Radlmeier die Intention des Runden Tisches. „Crystal Meth entwickelt sich immer mehr zu einer Modedroge, gerade für junge Frauen. Dieser tragischen Entwicklung müssen wir bayernweit entgegenwirken, ergänzt Ruth Müller.

Foto / Quelle: Kinderkrankenhaus St. Marien gGmbH

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