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Wein oder Obst: Welches Gerät ist die beste Saftpresse?

Seit Jahrhunderten wird Obst auf die gleiche Art gepresst: Das eingemaischte, d.h. zerkleinerte Pressgut, wird mittels eines Gewindes (der sogenannten Spindel) verdichtet, bis das letzte Tröpfchen Saft heraus kommt. Es geht beim Pressen also im wesentlichen nur um die Verdichtung des Obstes, um den Saft daraus zu extrahieren. Mit Erfindung des Elektromotors und der hydraulischen Übersetzung kann dies auch ohne Muskelkraft geschehen.

Der Einfachheit einer Spindelpresse steht hier die geballte und manchmal fehleranfällige Technik von Motoren gegenüber. Gibt es nicht noch eine andere Möglichkeit. Ohne Muskelkraft und ohne Elektrizität? Ja. Die Hydropresse bzw. Wasserpresse, die mit reiner Wasserkraft und praktisch völlig ohne Mechanik betrieben wird!

Ich habe doch kein Wasserkraftwerk, wird nun mancher einwenden. Doch, ihre Wasserleitung! Eine Hydropresse nutzt nämlich, fast kostenlos, die etwa 2,5 bar Druck eines normalen Wasseranschlusses, wie er in jedem Haus zu finden ist. Dabei ist es gar nicht nötig, das Wasser permanent durchlaufen zu lassen um den Druck zu halten. Lediglich die innere Gummimembrane dieser Saftpresse muss mit Wasser gefüllt werden.

Dies ist aber gleichzeitig auch einer der wesentlichsten Nachteile der Wasserdruck-Obstpresse: Das Grundvolumen des Gummi-Zylinders bzw. Ballons vermindert die Füllmenge etwas. Das große Volumen bzw. die Oberfläche bewirkt aber auch den Pressdruck, der sich mit ca. 2,5 bar flächig und gleichmäßig auf die gesamte Maische verteilt.

Hydropresse von Fischer Kellereitechnik
Hydropresse von Fischer Kellereitechnik

Wasser marsch!
Die Bedienung und Wartung einer Wasserdurckpresse ist denkbar einfach: Wie bei jeder anderen Obstpresse, wird das Pressgut (z.B. Äpfel) in einen Presssack eingefüllt. Nun nur noch den metallenen Druckdeckel drauf und mit dem Schnellgewinde zuschrauben. jetzt muss lediglich noch das Hahn-Ventil zur Wasserleitung geöffnet werden, und schon baut sich der Druck in der Obstpresse auf. Leise, effizient und ohne jede Muskelkraft oder Strom. Ein Pressvorgang in einer Hydropresse dauert ähnlich lang wie bei einer Spindelpresse. Da jedoch keine drehenden Teile verbaut sind, ist die Wartung völlig einfach.

Die austauschbare Druckmembran hat eine Lebendauer von ca. 10 Jahren oder 1000 Pressvorgängen. Die Ventile an einer Wasserdurckpresser halten in etwa so lange wie jeder Wasserhahn. Also fast unbegrenzt. Angeschlossen wird die Hydropresse über einen handelsüblichen Wasserschlauch.

Ansonsten kann bei der Hydropresse praktisch nichts kaputt gehen. Die Bauweise inzwischen seit langer Zeit bewährten Hydropressen unterscheidet sich hierbei kaum. Egal ob von Herstellern wie Speidel, Lancman oder Fischer Kellereitechnik.

Eigentlich ist das Arbeiten mit Wasserdurck zum Entsaften genial
Dennoch sind bei einer Hydroperesse, wie bei jeder Obstpresse einige Dinge zu beachten. Pressen lässt sich mit der Wasserpresse alles, was auch mit einer normalen Obstpresse bzw. Weinpresse gekeltert wird. Von Trauben über Beeren-Obst bis hin zu festfleischigen Früchten wie Birnen oder Äpfeln. Um aber trockenes, also gut ausgepresstes Obst zu erhalten, ist die Qualität der Maische wichtig. Dies gilt besonders bei Äpfeln.

Grundsätzlich kann man sagen: je feiner gemaischt bzw. gemust wird, desto höher die Saftausbeute. Hier ist die Obstmühle zur Vorbereitung des Pressgutes entscheidend. Sehr grobe Stücke gehen, zumindest bei Äpfeln, nicht. Keine Obstpresse kann allerdings diese groben Stücke gut auspressen.

Die Wasserdurckpresse ist zwar sehr sparsam, benötigt praktisch keine Energie. Dennoch verbraucht man für einen Pressvorgang in etwa so viel Wasser, wie Saft unten raus kommt. Das Wasser verdrängt nämlich mit etwa 2 – 3 bar Hydrodruck den Saft im Obst. Wenn Sie also 50 Liter Saft gewinnen, haben Sie in etwa auch 50 Liter Wasser verbraucht.

Die Kosten für Leitungswasser sind zwar nicht sehr hoch – und den Wasserdruck die eigentliche Energie zum Pressen bekommen sie hierbei auch völlig kostenlos und emissionsfrei! Wollen Sie dennoch Wasser sparen, dann fangen Sie das für den Pressvorgang benötigte Wasser anschließend am besten wieder auf und gießen damit z.b. Ihren Garten. So ist der effektive Wasserverbrauch einer Hydropresse gleich null. Der Energieaufwand ohnehin.

Die Hydropresse ist also der perfekte Kompromiss aus genial einfacher Technik und müheloser Kraftersparnis. Und für den etwas höheren Anschaffungspreis einer Hydropresse, gegenüber einer Spindelpresse wird man mit einer langen Lebensdauer und mühelosem Saftpressen entlohnt. Gegenüber einer hydraulischen oder pneumatischen Obstpresse spart man jedoch die zusätzlichen Aggregate. Weitere Informationen zu Wasserpressen verschiedener Hersteller wie Speidel findet man z.B. bei Fischer Kellereitechnik.

Foto /Quelle: www.fischer-lahr.de

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