Das erste Piercing: Was ist zu beachten?

Piercings sind längst aus der Subkultur herausgetreten und fest in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch wenn sich die hygienischen Standards in der Branche in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert haben, gibt es in Deutschland weiterhin keine bundeseinheitliche staatliche Zertifizierung für Piercingstudios.

Vor diesem Hintergrund sind die Unsicherheiten vieler Anfänger vor dem ersten Piercing gut nachvollziehbar. Damien Siedler von Wildcat kennt diese Sorgen:

„Viele Unsicherheiten drehen sich um mögliche Schmerzen beim Stechen, die generelle Angst vor Nadeln oder Bedenken hinsichtlich Entzündungen und Wundheilungsstörungen. Da die Berufsbezeichnung des Piercers nicht geschützt ist, fällt es vielen Neulingen zudem schwer, ein seriöses, hygienisches Studio zu erkennen.”

Ein Blick auf den Ruf und die Erfahrung des Studios kann vielen helfen und den Wunsch nach ästhetischer Selbstverwirklichung erfüllen.

Die 5 besten Piercings für Anfänger

Wer sich für sein erstes Piercing entscheidet, sollte nach der Wahl des richtigen Studios idealerweise mit Körperstellen beginnen, die als unkompliziert gelten.

Die folgenden fünf Piercings sind besonders anfängerfreundlich, da das Schmerzlevel an diesen Stellen überschaubar ist und der Heilungsprozess bei konsequenter Pflege in der Regel sehr unkompliziert verläuft.

Lobe (Ohrläppchen): Der absolute Klassiker wird von vielen als vergleichsweise wenig schmerzhaft empfunden. Dank des weichen, gut durchbluteten Gewebes heilt das Ohrloch bei normaler Pflege meist zügig und unkompliziert ab.

Helix (Ohrknorpel): Perfekt für individuelle Schmuck-Trends am oberen Ohrrand. Da das Knorpelgewebe kaum durchblutet ist, dauert die Heilung zwar etwas länger, verläuft aber bei konsequentem Schutz vor Druck und Reibung meist reibungslos.

Kombination aus Lobe- und Helix-Piercings

Eine Kombination aus Lobe- und Helix-Piercings / © Wildcat

Nostril (Nasenflügel): Ein stilvolles Statement-Piercing, das sich ungebrochener Beliebtheit erfreut und bei Beachtung der Hygienerichtlinien eine relativ unkomplizierte Pflege verlangt.

Septum (Nasenscheidewand): Optisch auffällig. Das Schmerzempfinden wird oft als moderat beschrieben, kann aber individuell variieren. Es verheilt schnell und bietet den Vorteil, dass es sich während der Heilung oder für den Beruf unsichtbar in die Nase einklappen lässt

Bauchnabelpiercing: Der zeitlose Klassiker ist auch für Einsteiger sehr gut machbar, bedarf jedoch einer konsequenten Pflege und Vorsicht, da die Stelle im Alltag häufig der Reibung durch Hosenbünde oder Gürtel ausgesetzt ist.

Das richtige Material für den Ersteinsatz

Neben der Wahl eines professionellen Studios und der Stelle des Piercings ist das Material des Ersteinsatzschmucks der entscheidendste Faktor für eine problemlose Heilung.

Von sogenanntem Chirurgenstahl (316L) raten Experten für den Ersteinsatz strikt ab, da die Legierung Nickel an die frische Wunde abgeben kann.

Für das erste Piercing empfiehlt sich stattdessen ausschließlich hochreines, biokompatibles Titan (Grad 23). Um den Heilungsprozess optimal zu unterstützen, wird der Titanschmuck von Wildcat in einem patentierten Verfahren auf Hochglanz poliert.

Der Vorteil dieses Verfahrens liegt auf der Hand: „Je glatter die Oberfläche, desto geringer ist die Reibung des Schmucks. Gerade in der kritischen Abheilphase wird das Gewebe dadurch weniger gereizt und Mikroben haben kaum Möglichkeiten, sich festzusetzen“, erklärt Damien Siedler.

Wer sich im Vorfeld gut informiert, ein professionelles Studio wählt und bei der Pflege sowie dem Material des Erstschmucks keine Kompromisse eingeht, dem steht einem sicheren Piercing-Erlebnis nichts mehr im Weg. Mit der richtigen Vorbereitung weicht die anfängliche Aufregung dann ganz schnell der reinen Freude über das neue Körpergefühl.

Quelle / Fotos: wildcat.de