Warum leben Männer so viel kürzer als Frauen?

Männer gelten als vergleichsweise risikofreudig und wenig gesundheitsbewusst – sie rauchen mehr, haben mehr Arbeitsunfälle, trinken häufiger zu viel Alkohol und ignorieren Krankheiten eher. Kein Wunder also, dass Männer eine um etwa drei Jahre kürzere Lebenserwartung haben als Frauen. Warum ist das so und welche Ansatzpunkte sind vielversprechend, um die Gesundheit der Männer zu fördern?

Rollenbild und Achtsamkeit
Das Thema Männergesundheit war lange Zeit ein gesellschaftliches Randthema. In letzter Zeit wandelt sich das männliche Rollenverständnis und ermutigt Männer, sich vermehrt mit den Bereichen Gesundheit, Fitness und Potenz auseinanderzusetzen.

Allerdings gilt noch immer: die Verinnerlichung traditioneller Männerrollen schränkt einen achtsamen und aufmerksamen Umgang mit dem eigenen Körper eher ein. Zum Beispiel nehmen Männer seltener als Frauen bei Angeboten zur Gesundheitsförderung teil.

Und während Stresserkrankungen und Depressionen seltener bei Männern als bei Frauen diagnostiziert werden, sind sie doch für rund drei Viertel aller Suizide verantwortlich.

Häufige Ursachen für psychische Probleme sind ständiger Leistungsdruck und soziale Krisen, doch offensichtlich trauen sich nur wenige, solche Dinge anzusprechen. Eine Vielzahl von möglichen Vorsorgeleistungen kann Männer theoretisch vor den Folgen von Darm- und Prostatakrebs schützen, nur ist die Erfolgsquote wesentlich von der Anzahl an Teilnehmern abhängig.

Und doch so verletzlich
Und doch so verletzlich  (c) pixabay

Resilienz und Rücksichtnahme
Manchmal reicht schon ein entspannendes Muskelbad oder eine warme Tasse Tee am Abend, um den Stress vom Tag wieder loszuwerden. Es kann aber auch notwendig sein, seine grundsätzlichen Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen.

Männer müssen oft erst wieder lernen, auf den eigenen Körper zu achten und Zusammenhänge zu erkennen, um auf Dauer leistungsfähig zu bleiben und ihre Resilienz gegenüber den Herausforderungen des Alltags aufrecht zu erhalten.

So zum Beispiel wenn Rückenschmerzen die Qualität der Nachtruhe beeinträchtigen oder wenn zu wenig Sonnenlicht die Knochen schwächt. Auch Männern wird offenbar zunehmend bewusst, dass sie sich für ihre Gesundheit Zeit nehmen müssen und nicht darauf warten dürfen, bis die eigene Funktionsfähigkeit erheblich eingeschränkt ist.

Hormone und Lebensphasen
Hormone steuern wesentliche Vorgänge im menschlichen Körper und haben damit erheblichen Einfluss auf seine Funktion. Testosteron ist das wichtigste Sexualhormon des Mannes.

Seine Konzentration nimmt im Laufe des Alters ab, was mit einer ganzen Reihe von Symptomen in Verbindung gebracht wird: z.B. Neigung zur Fettleibigkeit, Leistungsabfall, nachlassende Schlafqualität, Minderung von Libido und Antrieb sowie verminderte Muskelkraft. Wissenschaftliche Ergebnisse zeigen, dass das Testosteronlevel sogar im Zusammenhang mit der männlichen Sterblichkeitsrate steht.

Auch andere Hormone, wie beispielsweise das Stresshormon Cortisol, können erhebliche Auswirkungen auf die gesundheitliche Verfassung des Mannes haben. Hinter einem Überschuss stecken unter Umständen eine Alkoholsucht oder gar eine Depression.

Nährstoffe und Alter
Ein wesentlicher Faktor für die Gesunderhaltung und das körperliche Wohlbefinden ist die Ernährung. Im fortgeschrittenen Alter sollte insbesondere auf eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien geachtet werden, welche die Zellen vor freien Radikalen schützen und damit den Alterungsprozess hemmen.

Zu den wichtigsten Antioxidantien zählen die Vitamine A, C und E sowie Selen, Zink, Mangan, Kupfer und das Coenzym Q10. Häufig bestehen im Alter Nährstoffdefizite an Vitamin D, Folsäure und Jod. Die richtige Nährstoffversorgung bringt mehr Energie und Vitalität ins Leben und kann sogar dem männlichen Haarausfall entgegen wirken. So oder so gilt: Sich mit dem Älterwerden auseinanderzusetzen, ist eine der größten Herausforderungen des Mannes.

Hier geht es zum Interview mit Radiologe Dr. med. Thomas Bauer
Er erklärt, welche Vorsorgeuntersuchungen aus seiner Sicht besonders viel Sinn machen, was viele Männer davon abhält, Vorsorgeuntersuchungen zu absolvieren und von welcher Art Erkrankung Männer besonders häufig betroffen sind.

Foto / Quelle: medicalpress.de

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